logo



[email protected]

Gedenktafel in Wien-Josefstadt erinnert an Nikolaus und Alice Harnoncourt

Gestern, 07:00

Zum 10. Todestag des Dirigenten und Musikpioniers Nikolaus Harnoncourt (1929-2016) ist an dem früheren Wohnsitz der Familie Harnoncourt in der Josefstadt eine Gedenktafel angebracht worden.

Die Gedenktafel ehrt Nikolaus und Alice Harnoncourt (193-2022), die entscheidend zur internationalen Musikszene beigetragen haben. Bei der feierlichen Enthüllung waren sowohl Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wien und des Bezirks als auch der Wiener Erzbischof Josef Grünwidl anwesend, ebenso wie Elisabeth von Magnus, Mezzosopranistin und Tochter von Alice und Nikolaus Harnoncourt.

Gedenktafel als Würdigung für zwei prägende Persönlichkeiten der Musikstadt Wien

"Nikolaus und Alice Harnoncourt haben die Art, wie wir Musik hören und verstehen, grundlegend verändert. Ihr künstlerischer Mut und ihre Leidenschaft haben Wien als Musikstadt international bereichert", so Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler. "Mit dieser Gedenktafel erinnert die Stadt Wien an zwei Persönlichkeiten, deren Wirken weit über Österreich hinausstrahlt." Nikolaus Harnoncourt wird als einer der einflussreichsten Dirigenten und Musiktheoretiker des 20. Jahrhunderts angesehen. Zusammen mit seiner Frau Alice Harnoncourt, einer hervorragenden Geigerin, rief er 1953 das Ensemble Concentus Musicus Wien ins Leben. Dieses Ensemble wurde zu einem der bedeutendsten Orchester der sogenannten Originalklangbewegung. Durch den Einsatz historischer Instrumente und einer neuartigen Herangehensweise an Alte Musik setzten die Harnoncourts Standards, die die Aufführungspraxis bis heute beeinflussen.

Alice Harnoncourt als musikalische Partnerin

Alice Harnoncourt spielte als Konzertmeisterin des Concentus Musicus Wien eine bedeutende musikalische Rolle innerhalb des Ensembles. Zudem war sie über viele Jahre hinweg für die Organisation und das Management der Aktivitäten des Ensembles verantwortlich und förderte die internationale Laufbahn ihres Ehemanns als Dirigent. Auch als Solistin erlangte sie Anerkennung und nahm unter anderem Violinkonzerte von Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel auf.

Enge Verbindung von Nikolaus und Alice Harnoncourt zu Wien

Wien war für das künstlerische Schaffen der Harnoncourts von großer Bedeutung. 1970 leitete Nikolaus Harnoncourt bei den Wiener Festwochen im Theater an der Wien Claudio Monteverdis Oper Il ritorno d’Ulisse in patria mit dem Concentus Musicus Wien. Diese Aufführung wird als bedeutender Schritt in der historisch informierten Aufführungspraxis angesehen. In den darauffolgenden Jahren übernahm er die Leitung zahlreicher weiterer Opern- und Konzertproduktionen und dirigierte regelmäßig die Wiener Philharmoniker. In den Jahren 2001 und 2003 führte Harnoncourt das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker an. Für ihre Verdienste um die Wiener Kultur wurden Alice und Nikolaus Harnoncourt 2011 mit dem Goldenen Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien geehrt.

Erinnerung an Nikolaus und Alice Harnoncourt in Josefstadt

"Alice und Nikolaus Harnoncourt haben ein bedeutendes Kapitel internationaler Musikgeschichte geschrieben - und dieses Kapitel nahm in der Josefstadt seinen Lauf. Als Bezirksvorsteher bin ich stolz auf dieses kulturelle Erbe und freue mich, dass eine Gedenktafel künftig an das künstlerische Schaffen der Harnoncourts erinnert", so der Bezirksvorsteher der Josefstadt Martin Fabisch. Zusätzlich zur Gedenktafel widmet sich das Bezirksmuseum Josefstadt momentan ebenfalls der Familie. Die Ausstellung "Die Harnoncourts und der Concentus Musicus" untersucht ihre musikalischen Leistungen sowie ihre enge Beziehung zum Bezirk. Mit der Gedenktafel wird in Wien ein deutliches Zeichen der Erinnerung an zwei herausragende Persönlichkeiten gesetzt, deren musikalisches Vermächtnis bis heute weltweit widerhallt.

(Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]