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Erneuter Prozess gegen verhinderten Westbahnhof-Attentäter

Gestern, 16:06

Am 24. März wird am Wiener Landesgericht erneut gegen einen 15-jährigen IS-Anhänger wegen terroristischer Straftaten verhandelt. Er wurde im Juli 2025 für Anschlagspläne gegen den Wiener Westbahnhof zu zwei Jahren teilbedingter Haft verurteilt. Gerichtssprecherin Christina Salzborn bestätigte dies auf Anfrage. Der Jugendliche wurde im Oktober unter Anrechnung der U-Haft entlassen.

Am 25. November wurde ein 15-Jähriger erneut festgenommen, da er vom Verfassungsschutz wegen möglicher terroristischer Aktivitäten beobachtet wurde. Seitdem ist er aufgrund der Gefahr von Straftaten in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung, kriminelle Organisation und terroristische Straftaten vor. Der Jugendliche soll sich weiter radikalisiert haben und im Sinne des "Islamischen Staates" aktiv gewesen sein. Bei seiner Verhaftung wurde ihm eine Affinität zu radikal-islamistischer Propaganda und Stichwaffen nachgesagt.

Verhinderter Westbahnhof-Attentäter wollte Messer und Faustfeuerwaffe kaufen

Observationen des Wiener Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung (LSE) hatten ergeben, dass der 15-Jährige wiederholt versucht hatte, in den Besitz von Waffen zu gelangen. Am 19. November wollte er ein Kampfmesser erwerben, am 20. November neben einem Teleskop-Schlagstock und Quarzhandschuhen sogar eine Faustfeuerwaffe. Die Schusswaffe bekam er allerdings nicht, da ihm in dem Geschäft gesagt wurde, diese sei "nicht verkäuflich". Überhaupt war der 15-Jährige infolge seiner Vorstrafe mit einem Waffenverbot belegt. Um dies zu umgehen, soll er sich eines drei Jahre älteren Cousins "bedient" haben, den er schließlich in ein Waffengeschäft schickte, um wenigstens an ein Messer zu kommen. Als der Cousin tatsächlich ein Jagdmesser erstand, während der 15-Jährige draußen wartete, orteten die LSE und die Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) Gefahr im Verzug.

IS-Propagandamaterial bei verhindertem Westbahnhof-Attentäter gefunden

Das Einsatzkommando Cobra stürmte zusammen mit LSE-Beamten die Wohnung der Eltern des Burschen in Wien-Hernals. Eine Hausdurchsuchung wurde durchgeführt, wobei das Handy des 15-Jährigen sichergestellt wurde, auf dem sich IS-Propagandamaterial fand. Im Unterschied zum ersten Verfahren soll der Bursch das Material dieses Mal nur abgespeichert, aber nicht verbreitet haben. Das erste Urteil für den verhinderten Westbahnhof-Attentäter wurde übrigens in zweiter Instanz erhöht. Das Oberlandesgericht (OLG) Wien gab einem Rechtsmittel der Staatsanwaltschaft Wien Folge. Anfang Oktober wurden im Zug einer Strafberufung drei Jahre Haft, davon ein Jahr unbedingt, festgesetzt. Dem 15-Jährigen droht daher im Fall einer neuerlichen Verurteilung ein längerer Freiheitsentzug. Zusätzlich zur vom Schöffensenat festzusetzenden Strafe könnten nämlich die vom OLG zur Bewährung ausgesetzten zwei Jahre widerrufen werden. Der äußerst rasche Rückfall und die offensichtliche Wirkungslosigkeit des Deradikalisierungsprogramms, zu dem der 15-Jährige per Weisung gerichtlich verpflichtet worden war, würden ungeachtet des jungen Alters des IS-Anhängers dafür sprechen.

(APA/Red)

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