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Kampagne für mehr Rücksicht in Öffis geht an den Start

Gestern, 12:29

Eine Kampagne für mehr Rücksicht in den Öffis geht an den Start. Das Motto lautet "Host kan Genierer?".

Unter dem Motto "Host kan Genierer?" starten die Wiener Linien eine neue Kampagne für mehr gegenseitige Rücksicht in den Öffis. Humorvoll sollen Fahrgäste darauf hingewiesen werden, dass lautes Telefonieren, Musikhören ohne Kopfhörer und Essen in den öffentlichen Verkehrsmitteln nicht erwünscht ist. Mit der Kampagne soll vor allem ein "Unrechtsbewusstsein" geschaffen werden, sagte Öffi-Stadträtin Ulli Sima am Donnerstag und kündigte strenge Kontrollen an.

"Rücksichtnahme ist kein Luxus"

"Wo täglich Millionen Menschen aufeinandertreffen, braucht es klare Spielregeln und gegenseitige Rücksichtnahme. Niemanden interessieren lautstarke Debatten über Beziehungsprobleme anderer Mitfahrender - genauso wenig wie die Einkaufsliste, das Abendmenü oder die Wochenendplanung", betonte Sima bei der Präsentation der Kampagne. Die Wiener Linien befördern täglich mehr als 2,4 Millionen Fahrgäste. Hier brauche es "klare Spielregeln", so die Stadträtin für Mobilität.

"Rücksichtnahme ist kein Luxus, sondern die Basis für ein funktionierendes Miteinander", unterstrich auch Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke. "Die Kampagne zeigt mit einem Augenzwinkern, wie kleine Gesten Großes bewirken können." Auf den Plakaten der Kampagne sind Menschen mit übergroßen Handys, Hunden ohne Maulkorb, Leberkäsesemmeln oder Rucksäcken zu sehen, die andere Fahrgäste stören. "Für dich egal, für andere eine riesige Qual", heißt der Slogan dazu. Ab 9. März sind die Plakate in Wien zu sehen. Dazu sind Durchsagen geplant, die die Fahrgäste auf das unerwünschte Verhalten aufmerksam machen.

Daneben ist der Song "Ka Genierer" zentraler Bestandteil der Kampagne - eine umkomponierte Version des Klassikers "I bin a Kniera" von Georg Danzer. "Wir wollen das Bewusstsein dafür stärken, dass jede und jeder Verantwortung für ein respektvolles Miteinander trägt - damit sich in Wiens Öffis alle wohlfühlen", betonte Sima. Denn grundsätzlich bestehe ein breiter gesellschaftlicher Konsens darüber, wie man sich in den Verkehrsmitteln zu verhalten habe. Wird die Hausordnung der Wiener Linien nicht eingehalten, wird erst einmal ermahnt. Bei Bedarf können auch Strafen von bis zu 50 Euro verhängt werden.

Wiener Linien beauftragten Umfrage

Neben persönlichen Erfahrungen vieler Fahrgäste bestätigt auch eine kürzlich von den Wiener Linien beauftragte Umfrage mit rund 800 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 16 und 75 Jahren Handlungsbedarf. Die Umfrage zeigt eine deutliche Wahrnehmungslücke: Nur neun Prozent der Befragten gaben an, in den Öffis schon einmal über Lautsprecher telefoniert oder Videos ohne Kopfhörer geschaut zu haben. Gleichzeitig fühlen sich 86 Prozent durch genau dieses Verhalten gestört. 92 Prozent halten es für wichtig, dass lautes Telefonieren und Videoschauen ohne Kopfhörer unterlassen wird.

Wie bereits bei der Einführung des Essensverbots in der U-Bahn im Jahr 2019 wird auch jetzt im ersten Schritt der neuen Offensive auf Information und Sensibilisierung gesetzt. "Unsere Regeln sind klar und gelten für alle. Die meisten Fahrgäste halten sich daran. Mit dieser Kampagne wollen wir jene erreichen, die das nicht tun und sich der Wirkung ihres Verhaltens oft auch nicht bewusst sind", erklärte Alexandra Reinagl, Geschäftsführerin der Wiener Linien. "Wenn wir alle ein bisschen Rücksicht nehmen, wird das Unterwegssein für jede und jeden angenehmer."

(APA/Red)

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