Das sonnige Wetter und die milden Temperaturen führen zu einer hohen Pollenbelastung in Österreich. Aufgrund der vielen Kätzchen an den Pflanzen wird eine höhere Pollenkonzentration als im Vorjahr erwartet. Allergiker rüsten sich mit Medikamenten und anderen Hilfsmitteln.
"Bei Hasel und Erle wird es heuer eine starke Saison werden", sagte Maximilian Bastl, Leiter des Pollenservice Wien, voraus. Aktuell blühen bei den Haseln sowohl die Gemeine Hasel (Corylus avellana) als auch die Baumhasel (Corylus colurna). Bei den Erlen hat die Schwarzerle (Alnus glutinosa) ihre Blüte begonnen und befindet sich jetzt in der Vollblüte. "Sie wird die Allergiker in den nächsten Wochen noch beschäftigen", erklärte Bastl.
Erle und Hasel zum Start des Pollenflugs
Die ersten Frühblüher im Jahr sind immer die Hasel und die Erle, die je nach Wetter im Februar bis in den März hinein in Vollblüte stehen und zu dieser Zeit den höchsten Pollenflug verursachen. Im März kommt dann die Esche dazu, Ende März bis in den April oder sogar Mai hinein die Hainbuche. Die Birke steigt ebenfalls Ende März in den Pollen-Kanon ein, sorgt sogar für mehrere Wochen bis in den Mai für rote Augen und verschnupfte Nasen bei den Allergikern.
Pollenkalender; Belastung nach Monaten
Platane, Buche und Eiche sorgen für eine Übergangsbelastung von Mitte April bis Mitte Mai, ehe dann die Gräser ab der zweiten Mai-Hälfte mit voller Wucht bei den Betroffenen einschlagen. Die Gräser-Saison dauert bis Mitte Juli, danach haben die meisten Allergiker wieder etwas Ruhe. Außer sie sind auf den Wegerich, Pilzsporen, Nesselgewächse oder Ragweed allergisch, dann kann die Allergie-Saison bis in den Herbst hinein andauern.
Kalter Winter sorgte für späteren Start des Pollenflugs
Aufgrund des kalten Winters startet die Pollensaison heuer später als in den vergangenen fünf Jahren, in denen die ersten Frühblüher teils schon Ende Jänner aktiv gewesen sind. "So gesehen ist heuer wieder einmal ein normales Jahr", meint der Pollen-Experte von der HNO-Klinik der MedUni Wien. Die Frühblüher werden 2026 ein besonders starkes Jahr haben, neben Hasel und Erle wird auch die Pollenbelastung durch die Birke sehr intensiv eingeschätzt.
Viele Allergiker werden darunter besonders leiden, weil die drei Pflanzen Erle, Hasel und Birke kreuzreaktiv sind. Symptome werden bei den Betroffenen dann gegenseitig verstärkt. Man spricht dabei vom sogenannten "Priming-Effekt". "Wenn Allergiker schon einer Reizung ausgesetzt sind, dann werden Folgekontakte intensiver wahrgenommen", erklärt Bastl. Im Vorjahr sei die Pollenbelastung der Frühblüher eher schwach ausgefallen, heuer ist das Potenzial groß.
In Österreich sind laut Bastl etwa 20 bis 25 Prozent der Menschen von Allergien betroffen, Pollenallergien sind die häufigsten davon. Etwa 50 Prozent der Pollenallergiker reagieren auf Gräser, mehr als 40 Prozent reagieren auf die Birke. "Dann kommt lange nichts", so der Fachmann.