Am Sonntag fand in Wien eine Demonstration zur Unterstützung der Revolution im Iran statt, an der laut Landespolizeidirektion etwa 1.000 Personen teilnahmen. Die Route führte vom Heldenplatz über die Löwelstraße in Richtung Boltzmanngasse-Strudlhofgasse im Bezirk Alsergrund, wo die US-Botschaft liegt.
Tatsächlich erschienen einen Tag nach dem Tod von Ayatollah Ali Khamenei und den Angriffen auf den Iran laut der Schätzung eines Anwesenden gegenüber der APA jedoch mit mindestens 2.000 Personen mehr als doppelt so viele Teilnehmende zur Demonstration zur "Unterstützung der Revolution im Iran" in Wien.
Friedliche Demonstration zur "Unterstützung der Revolution im Iran" in Wien
Zahlreiche grün-weiß-rote Flaggen mit dem Löwen-Sonne-Symbol der iranischen Monarchie, aber auch Flaggen der USA, Israels und Österreichs waren zu sehen. Ebenso wurden Bilder des Sohns des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, hochgehalten. Pahlavi hat sich als möglicher Interimsführer ins Gespräch gebracht und lebt in den USA. Neben dieser großen Demonstration waren am Sonntag auch weitere, kleinere Kundgebungen angesetzt, hieß es von der Wiener Polizei. Die Hauptveranstaltung sei jedenfalls "friedlich und ruhig" verlaufen, hieß es von Polizeisprecher Philipp Haßlinger gegenüber der APA. Kurz nach 14.30 vermeldeten die Wiener Linien wieder die Betriebsaufnahme der zuvor für rund 90 Minuten von der Demonstrationen betroffen Straßenbahnen.
Demo zur u0022Unterstützung der Revolution im Iranu0022
"Ohne die Hilfe der USA hätten wir es nicht geschafft"
Bei den Teilnehmenden herrschte ausgelassene Stimmung. Es wurde gesungen und getanzt. "Wir freuen uns, dass diese diktatorische Person getötet wurde und wir hoffen auf einen Regime-Change im Iran", sagte eine Demonstrantin zur APA. "Für mich ist das ein großer Schritt in Richtung Freiheit", erklärte ein älterer Herr mit einer Flagge der Vereinigten Staaten. "Ohne die Hilfe der USA und Israels hätten wir es nicht geschafft. Es hätte sonst noch viele Tote im Iran gegeben."
Ein weiterer Teilnehmer befürchtete jedoch weitere Gewalt: "Das ist leider erst der Anfang, es wird noch viel Blut fließen." Aber: "Wir wollen den Menschen in Iran Mut geben, zu kämpfen." Ausgestattet mit einem Bild des Sohns des Schahs hoffte er, wie viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auf dessen Machtübernahme: "Wir wünschen uns, dass der Sohn des Schahs zurückkehrt. Er hat jetzt auch schon 47 Jahre gewartet - so wie ich." Er wolle dem Volk helfen und das sei jetzt der beste Zeitpunkt, erklärte der Mann.
"Österreich ist meine zweite Heimat"
Auch den zahlreichen Menschen, die Anfang des Jahres bei Protesten im Iran getötet wurden, ist gedacht worden: "Wir haben so viele junge Menschen verloren und wir sind auch traurig", sagte eine Frau. Viele der Feiernden trugen auch rot-weiß-rote Fahnen. "Ich bin auch österreichischer Staatsbürger. Das ist meine zweite Heimat!", erklärte ein Demonstrant.
Die Demonstration zog auch Schaulustige Wiener an. Eine ältere Dame nahm Anteil an der Freude der Exil-Iraner: "Ich freue mich! Ich denke mir aber, dass die Umgestaltung des Iran noch ganz viele Probleme auslösen wird", sagte sie. "Unserer Freude soll aber Ausdruck verliehen werden!"