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Das lauert in Wiener Kühlschränken

26-02-2026, 05:00

In den Kühlschränken in Wien gibt es laut der Lebensmittelbiologin Evelyne Selberherr eine große Vielfalt an Mikroben. Auf den Regalböden entdeckte sie tausende Arten von Pilzen und Bakterien, darunter auch Krankheitserreger und antibiotikaresistente Keime. Häufiges Reinigen könne verhindern, dass sich stabile Mikrobengemeinschaften bilden, so berichtet sie im Fachmagazin "LWT - Food Science and Technology".

Eine Forscherin der Vetmed Wien sammelte Proben von Ablagefächern in 45 Wiener Kühlschränken. Im Labor identifizierte sie mit Kollegen zahlreiche Mikroorganismen, die hauptsächlich kälteaffine Arten umfassen. Dazu gehören "Acinetobacter, Pseudomonas, Psychrobacter und Brochothrix" sowie Mikroorganismen aus fermentierten Lebensmitteln und typische Vertreter der menschlichen Hautflora, wie eine Aussendung mitteilte.

Krankheitserregende Keime und Antibiotikaresistenzen in Wiener Kühlschränken

"In 60 Prozent der untersuchten Kühlschränke wurden auch potenziell krankheitserregende Bakterien nachgewiesen", so die Forscherin. Darunter waren Keime wie "Bacillus cereus", der Lebensmittelvergiftungen auslösen kann, "Staphylococcus aureus", der meist harmlos ist, aber manchmal Lungen- und Hirnhautentzündungen sowie Multiorganversagen verursacht, und Listerien, die Menschen teils Hirn(haut)entzündungen und Fehlgeburten bescheren. "Auch Antibiotika-Resistenzgene wurden in zahlreichen Kühlschränken gefunden", heißt es. Dabei handelte es sich beispielsweise um Gene, die Mikroben vor Penicillin schützen.

Einschränken könne man das unerwünschte Innenleben in den Eiskästen vor allem durch Putzen, erklären die Experten. Umso weniger Zeit seit einer Reinigung vergangen ist, umso "mikrobiologisch sauberer" waren die Ablagefächer laut den Analysen. Das sollte man vor allem in sensiblen Versorgungsbereichen wie Krankenhausküchen, Pflegeeinrichtungen und Gemeinschaftsverpflegungen berücksichtigen. Weniger wichtig als angenommen wäre es hingegen, dass die etwa von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) empfohlene Maximaltemperatur von fünf Grad eingehalten wird. Wärmere Kühlschränke waren nicht mit signifikant mehr mikrobiellem Artenreichtum ausgestattet.

(APA/Red)

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