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Wiener Mafia-Prozess: 57-Jähriger freigesprochen

Gestern, 14:48

Ein 57-jähriger mutmaßlicher Mafia-Angehöriger wurde am Freitag in einer weitergeführten Verhandlung am Wiener Landesgericht vom Vorwurf freigesprochen, als Aufseher an einer von dem montenegrinischen Kavač-Clan im März 2020 organisierten Entführung beteiligt gewesen zu sein.

"Wir gehen davon aus, dass Sie zu der Partie gehören", so der vorsitzende Richter in seiner Begründung für den Freispruch im Wiener Mafia-Prozess. Es gebe aber "keinen Nachweis, dass der Angeklagte an der Entführung mitgewirkt hat."

Freispruch im Zweifel in Wiener Mafia-Prozess

Der Freispruch erging "im Zweifel", betonte der Richter. Der Angeklagte, der von sechs vermummten Beamten der Justizwache-Einsatzgruppe eskortiert wurde und auch während der Urteilsversicherung mit einem Bauchgurt gesichert war, erhob sich nach dem Richterspruch: "Ich möchte mich für die korrekte und faire Verhandlung bedanken." Die beiden Vertreter der Anklagebehörde wirkten dagegen konsterniert und meldeten unverzüglich Nichtigkeitsbeschwerde an. Das Urteil ist daher nicht rechtskräftig. Enthaftet wurde der 57-Jährige, der in Frankreich und Belgien Vorstrafen in Höhe von insgesamt 15 Jahren aufweist, allerdings nicht. Er bleibt in U-Haft, weil die Staatsanwaltschaft Wien gegen ihn bereits eine weitere Anklageschrift eingebracht hat. In dieser geht es um Raubüberfälle und Drogen-Geschäfte.

(APA/Red)

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