Im Tiergarten Schönbrunn wird das Regenwaldhaus nach umfassender Sanierung mit einem innovativen Konzept wiedereröffnet, das den Besuchern eine tropische Erlebniswelt bietet und die Bedeutung des Regenwaldes verdeutlicht, unter anderem mit seltenen chinesischen Schuppentieren und einer spektakulären Fledermausanlage.
Während draußen eisige Kälte herrscht, wächst im Tiergarten Schönbrunn bereits ein Stück Regenwald heran. Nach 20 Jahren wird das Regenwaldhaus von Grund auf saniert und heuer mit einem völlig neuen Konzept wiedereröffnet. Entstehen soll eine tropische Erlebniswelt, die "die ökologische Bedeutung des Regenwaldes eindrucksvoll vermittelt", wie der Tiergarten in einer Aussendung verspricht.
Zu den großen tierischen Neuheiten zählen die von der Ausrottung bedrohten Chinesischen Schuppentiere, die derzeit nur in zwei europäischen Zoos zu sehen sind. Gleich daneben erwartet die Besucherinnen und Besucher eine weitere spektakuläre Attraktion: eine über acht Meter hohe Fledermausanlage. „Wir erleben hier den Regenwald bei Nacht. Im Mondlicht, umgeben von Nebelschwaden, blicken wir über ein Gewässer hinweg direkt in den Regenwald und können die faszinierenden Blumenfledermäuse beobachten“, erklärt Tiergartendirektor Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.
In diesem Bereich des Regenwaldhauses sind Tag und Nacht bewusst umgekehrt, damit die nachtaktiven Tiere während der Besuchszeit aktiv erlebt werden können. Der Rohbau der Anlage aus Stahl und Beton lässt ihre beeindruckenden Dimensionen bereits erahnen. Aktuell sind die Blumenfledermäuse im Terrarienhaus untergebracht und gewissermaßen bereit für den Umzug. Im südamerikanischen Regenwald zählen sie zu den wichtigsten Bestäubern: Pro Nacht besuchen sie bis zu 1.000 Blüten, um Nektar und Pollen aufzunehmen, und bestäuben dabei zahlreiche Pflanzenarten.
„Im Regenwaldhaus werden die Besucherinnen und Besucher dieses faszinierende Verhalten aus nächster Nähe beobachten können. Blumenfledermäuse sind nur etwa so groß wie Mäuse, doch ihre Zunge ist eineinhalbmal so lang wie ihr Körper. An speziellen Nektartränken werden sie – ähnlich wie Kolibris – in der Luft schwirren, Nahrung aufnehmen und anschließend wieder im Dunkel des Regenwaldes verschwinden“, erzählt Kurator Anton Weissenbacher.