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Stadt streicht diesen acht Wiener Kindergartenträgern alle Förderungen: Hilfe bei Suche nach neuem Kiga-Platz

17-02-2026, 10:29

Die Stadt Wien zieht bei Verstößen gegen Förderrichtlinien die Reißleine: Acht private Kindergartenträger verlieren mit sofortiger Wirkung ihre Förderungen. Betroffene Familien sollen bei der Suche nach einem neuen Betreuungsplatz unterstützt werden.

Im Rahmen verschärfter Förderkontrollen wurde laufend überprüft, ob öffentliche Mittel nach den Grundsätzen der Sparsamkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit verwendet werden. Wie die Stadt am Dienstag mitteilte, haben interne Prüfungen sowie externe Wirtschaftsprüfungen ergeben, dass mehrere Trägerorganisationen gegen die Förderrichtlinien und Abrechnungsmodalitäten verstoßen haben.

Diese Wiener Kindergarten-Träger sind betroffen

Die Fördervereinbarungen werden mit folgenden Organisationen gekündigt:

  • Integratives Bildungs- und Informationszentrum IBIZ
  • Kinderbetreuungseinrichtung EGE – Erleben, Genießen und Entdecken
  • Kindergarten Spatzennest
  • Kindergruppe Mickey Mouse
  • Kinderkrippe und Kindergarten „Sorgenlos“
  • Kultur- und Bildungsverein für Eltern mit Kindern in Österreich
  • Lilie – Kinderbetreuungseinrichtung
  • Verein Kinderbetreuung „Bunte Welt“

Die Träger wurden bereits informiert. Es liegt nun in ihrer Verantwortung, die Eltern direkt über die weiteren Schritte zu verständigen.

Schwere Mängel bei Mittelverwendung

Laut Stadt Wien wurden unter anderem folgende Verstöße festgestellt:

  • nicht widmungsgemäße, sparsame oder zweckmäßige Verwendung von Fördermitteln
  • Mängel in der ordnungsgemäßen Buch- und Belegführung
  • nicht nachvollziehbare Anschaffungen
  • fehlende Vergleichsangebote bei größeren Ausgaben
  • intransparente Abwicklung von Privatdarlehen
  • Abrechnung von Kindern ohne vertragliche Grundlage

Angesichts der Vielzahl und Schwere der Beanstandungen werden die Fördervereinbarungen beendet. Eine weitere Zusammenarbeit mit diesen Trägern werde es künftig nicht mehr geben.

Missbrauch bei Förderungen: „Klare Konsequenzen bei Verstößen“

Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling betont die Null-Toleranz-Linie der Stadt:
„Bei Verstößen gegen die Förderrichtlinien oder wenn Fördermittel tatsächlich nicht bei den Kindern ankommen, werden entsprechende Konsequenzen gezogen und mit diesen Fördernehmern gibt es zukünftig keine Zusammenarbeit mehr.“

Mit der Reform „Kindergarten neu denken“ sollen die Kontrollmechanismen weiter verschärft werden. Geschädigt seien neben den Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern vor allem auch Pädagoginnen und Pädagogen, Eltern sowie die Kinder selbst.

Auch Karin Broukal, Abteilungsleiterin der Stadt Wien – Kindergärten, unterstreicht den Kurs: Öffentliche Fördermittel seien zweckentsprechend und ordnungsgemäß einzusetzen – stets im Interesse der Kinder. Die Prüfprozesse seien gezielt weiterentwickelt und deutlich verschärft worden, um Verstöße frühzeitig zu erkennen und konsequent zu handeln – bis hin zur Kündigung.

Erkenntnisse aus internen Prüfungen, Analysen externer Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sowie dem aktuellen Bericht des Stadtrechnungshofes würden nun in die Weiterentwicklung bestehender Standards einfließen.

Suche nach neuem Kindergarten-Platz: Stadt Wien unterstützt betroffene Familien

Für Eltern und Kinder bedeutet die Entscheidung vorerst Unsicherheit. Die Stadt Wien betont jedoch, dass betroffene Familien bei Bedarf und auf Wunsch bei der Suche nach alternativen Betreuungsplätzen unterstützt werden.

Eltern können sich an das Infotelefon der Stadt Wien unter +43 1 277 55 55 wenden.

Die Stadt stellt klar: Ein sorgfältiger und zweckgebundener Umgang mit Steuergeldern habe höchste Priorität – gleichzeitig stehe das Wohl der Kinder im Mittelpunkt.

(Red.)

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