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Kreuze von Arnulf Rainer ab Aschermittwoch im Wiener Stephansdom zu sehen

Gestern, 07:00

Ab Beginn der Fastenzeit sind 77 Kreuzarbeiten des Malers Arnulf Rainer im Wiener Stephansdom zu sehen.

Vier Monate lang zeigen das Domkapitel zu St. Stephan und die Sammlung Werner Trenker sieben Werke in Kreuzform auf Holz sowie 70 Kaltnadelradierungen in Form eines Kreuzes, die der Künstler in den Jahren 1956 bis 2014 geschaffen hat.

Ausstellung mit dem Titel "Das Kreuz als Zeichen, das bleibt" im Wiener Stephansdom

Die Ausstellung mit dem Titel "Das Kreuz als Zeichen, das bleibt" wird am 17. Februar eröffnet, berichtete Kathpress am Dienstag. Sie findet wenige Wochen nach dem Tod des Künstlers statt: Arnulf Rainer starb am 18. Dezember 2025 im Alter von 96 Jahren.

Die Ankündigung der Ausstellung hatte im vergangenen Herbst für Aufsehen gesorgt. Rainer ließ über einen Anwalt erklären, er fühle sich durch die Präsentation der Kreuzarbeiten im Stephansdom "vereinnahmt", hätten seine Kreuze doch "nichts mit christlichen Kreuzen zu tun". Dompfarrer Toni Faber sagte daraufhin in einem ORF-Interview, dass der Plan für die Ausstellung vor längerem mit dem Künstler abgesprochen worden sei.

Respekt für die "größere Perspektive"

Man wolle Rainer auch keinesfalls vereinnahmen, sondern respektiere "die größere Perspektive, die er in der menschlichen Form eines Kreuzes - auch ohne christliche Konnotation - sieht", bekräftigte Faber am Dienstag auf Anfrage von Kathpress. Man müsse bei einem Künstler anerkennen, dass dieser zeit seines Lebens und seiner Schaffensperiode verschiedene Zugänge und Artikulationsformen suche. "Arnulf Rainer war von Jugend an immer gegen eine Vereinnahmung - und das akzeptiere ich", so Faber.

Obwohl sich Rainer selbst nicht als Kirchenmaler begriff, stehen unter anderem Kreuzübermalungen im Mittelpunkt seines Werks. Auch die Nähe zum Stephansdom ist nicht neu: Bereits in den 1950er-Jahren war Rainer eng mit der Galerie nächst St. Stephan verbunden gewesen - einem Ort, der die Progression und Entfaltung der österreichischen Avantgarde maßgeblich förderte.

Rainer war zudem zweifacher Ehren-Theologie-Professor und Aussteller in der Kölner Kunstpfarre St. Peter und kooperierte im Lauf seiner Karriere mehrfach mit kirchlichen Institutionen. Seit 1994 ist im Grazer Priesterseminar als Altarbild das von Rainer geschaffene "Braunkreuz". Auch das Kreuz in der Landhauskapelle St. Pölten stammt vom Künstler.

(APA/Red)

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