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600 Wohnungen in Wien-Favoriten: Baustart für "Quartier Kurbadstraße"

Gestern, 12:31

Im Süden Wiens beginnt die Errichtung eines neuen Quartiers in der Kurbadstraße, das bis 2028 über 600 geförderte Wohnungen, umfangreiche Grünflächen und nachhaltige Energieversorgung bietet und somit dringend benötigten, leistbaren Wohnraum schafft.

Eines der bedeutendsten Wohnbauvorhaben im Süden Wiens steht unmittelbar vor der Realisierung. Sukzessive werden ab jetzt auf einem dreieinhalb Hektar großen Areal bei der Therme Wien in Favoriten Baumaschinen, Container und Material angeliefert. In den kommenden Wochen beginnt der Aushub für das erste Baufeld.

Schaffung von leistbarem Wohnraum in Wien

Bis Herbst 2028 entsteht auf einem seit den 70er Jahren baulandgewidmeten, aufgeschlossenen
Grundstück zwischen Kurbadstraße und Kurpark ein gemischt genutztes Quartier mit hoher städtebaulicher, sozialer und ökologischer Qualität, das dringend benötigten, leistbaren Wohnraum schaffen soll, wie in einer Aussendung bekanntgegeben wird.

„Jedes in Umsetzung gebrachte Bauvorhaben bedeutet unter diesen Rahmenbedingungen einen entscheidenden Schritt zur Schaffung von leistbarem Wohnraum. Beim Projekt in der Kurbadstraße werden mehr als zwei Drittel der insgesamt rund 600 Wohnungen gefördert errichtet, auf einer der Liegenschaften entsteht ein weiterer Gemeindebau-Neu“, sagt Ernst Eichinger, Projektsprecher für das Quartier Kurbadstraße.

Nahversorgung, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsflächen kompletieren das Angebot für die Anrainer und künftigen Bewohnerinnen. Versprochen werden außerdem großzügige Grünräume und Aufenthaltszonen im Projektgebiet, direkter Zugang zum Kurpark Oberlaa, die Nähe zur Liesing sowie die U-Bahn U1, die für einen "lebenswerten und urbanen Stadtteil" sorgen sollen.

Kurpark Oberlaa soll nicht verstellt, sondern bewusst genutzt werden

"Viele Jahre lag diese fast durchgehend versiegelte Fläche brach und wurde vorwiegend als Parkplatz genutzt. Bis 2007 haben das so genannte Kurmittelhaus mit knapp 30 Metern Höhe und die Kurpension den Blick auf den dahinter liegenden Kurpark verstellt", kritisiert der Projektsprecher die bisherige Nutzung. Nach der Neuerrichtung und Eröffnung der Therme Wien wurden diese Objekte so wie die ehemalige Ladenzeile abgebrochen.

Bei der nun gestarteten Bebauung öffnet sich das Quartier bewusst zum angrenzenden Kurpark Oberlaa
und nutzt dessen Qualitäten, ohne ihn zu belasten. Da die Stadt Wien sowie die Bauträger
großen Wert auf die hohe Qualität öffentlicher Räume legen, soll nur ein Teil der Projektfläche bebaut werden. Bäume, die gemäß unabhängigem Gutachter entweder krank oder am Ende ihrer Lebensdauer angekommen sind, werden aus Sicherheitsgründen entfernt und am Ende der Bauarbeiten mit umfangreichen Ersatzpflanzungen kompensiert.

Der begrünte Thermenvorplatz und die großzügigen Freiflächen schaffen Aufenthaltsflächen, begrünte Innenhöfe, Fassaden und Dächer, eine Flaniermeile, Baumpflanzungen, durchlässige Oberflächen und klimaaktive Freiräume tragen zur Abkühlung im Sommer bei und verbessern das Mikroklima.

Nachhaltigkeit im Fokus

Sämtliche Aspekte der Nachhaltigkeit flossen laut Aussendung bereits in die Masterplanung ein. Die Planungsteams haben demnach in mehreren Kommunikationsrunden angeregte Modifikationen von Bürgerinnen beispielsweise hinsichtlich Bauhöhen und Staffelung berücksichtigt.

Planungsziele wie das Schwammstadtprinzip, die Ausstattung der Gebäude mit Photovoltaik und Regenwasserrückhalteflächen werden seitens der Bauträger bei der Realisierung umgesetzt. Rund 80 Prozent der Heizleistung wird mit Abwärme der benachbarten Therme Wien erzielt. Der Rest stammt aus der Fernwärmeversorgung der Stadt Wien bzw. aus dem Einsatz von Wärmepumpen. Damit wird das neue Quartier zu 100 Prozent mit nachhaltiger Energie versorgt.

Der Aushub für die Neubauten wird im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft von der Wienerberger AG zur Ziegelherstellung genutzt. Bei der Konzeption wurde zudem das Prinzip der tiergestützten Planung angewendet. Dabei werden die Bedürfnisse von Wildtieren wie zum Beispiel Vögeln oder Schmetterlingen von Anfang an in die Planungen mit einbezogen.

So wird das neue Quartier Kurbadstraße aussehen

Hinter dem Projekt stehen folgende gemeinnützigen Wohnbauvereinigungen und gewerblichen Bauträger: GEWOG, at home Immobilien, GESIBA, WIGEBA, Gartenheim sowie die WBV-GPA.

Die einzelnen Baukörper sind gestaffelt und zwischen sechs Meter und höchstens 25 Meter hoch. Im
Westen, beim Eingang zum Kurpark, sind eingeschossige Bauten geplant. Die Bauhöhen steigen
kontinuierlich bis zum TABA-Tower und fallen im Osten und zur Flaniermeile hin wieder ab.

Die Verbindungswege und Freiräume zwischen den Bauten bleiben autofrei. Parkplätze werden
ausschließlich unterirdisch errichtet, wodurch zusätzliche Flächen für Grün und Aufenthalt gewonnen
werden. 1.670 Fahrradabstellplätze, die direkte Nähe zur U-Bahnlinie U1, Rad- und Fußwege sowie aufgrund der Angebote kurze Wege im Alltag sollen ein Leben ohne eigenes Auto möglich machen.

(Red)

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