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Böllerwurf auf Wiener Polizisten endete vor Gericht

Gestern, 16:32

Für einen 39-Jährigen hat das neue Jahr in Wien im Gefängnis begonnen. Der Mann soll am Silvesterabend Böller von der Marienbrücke in der Wiener City auf den Treppelweg am Donaukanal geworfen haben.

Als Polizisten auf ihn aufmerksam wurden, schoss er einen pyrotechnischen Gegenstand auch in Richtung Beamte. Er wurde am Dienstag wegen der Gefährdung der körperlichen Sicherheit und versuchter schwerer Körperverletzung zu acht Monaten bedingt verurteilt.

Er darf sich in der dreijährigen Probezeit nichts zuschulden kommen lassen. Der Richterspruch ist nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab und der Beschuldigte kam ohne Rechtsbeistand.

Wiener Polizist musste ausweichen

Der Mann befand sich am Abend des 31. Dezember 2025 auf der Marienbrücke nahe des Schwedenplatzes in Wien. Polizisten, die zur Sicherung der Innenstadt vor Ort waren, beobachteten, wie der Mann Böller auf den Treppelweg warf, wo sich Passanten befanden. Als sich die Beamten näherten, zündete er erneut eine Pyrotechnik und schoss sie in deren Richtung. Ein Polizist musste sogar ausweichen. Der Afghane wurde festgenommen und verbrachte den Jahreswechsel in einer Zelle.

Der Umzugsunternehmer beteuerte vehement seine Unschuld. "Das macht kein vernünftiger Mensch, einen Böller anzünden und gegen Polizisten werfen." Bei einer Durchsuchung wurde allerdings Pyrotechnik bei ihm gefunden. "Ich bin bei der Brücke gestanden und da waren zwei Araber, die haben die gezündet", meinte er. "Nimmst du, Bruder", hätten sie gesagt und ihm die Böller zugesteckt. "Ich habe die Sachen in die Hand genommen und in meine Jacke gesteckt. Das war mein Fehler."

Zudem habe er Blutkrebs und nicht so viel Kraft in seinen Beinen. "Dann ist die Polizei neben mir gestanden und ich bin bewusstlos geworden", behauptete er. "Aha", meinte die Richterin. "Bewusstlos?", fragte sie nach. "Nicht bewusstlos, mir wurde schwarz vor den Augen und ich wusste nicht, was passiert", sagte der Angeklagte.

Beamte in Wien mussten sich kurzfristig zurückziehen

Die Polizisten versicherten im Zeugenstand, dass bei der Identifizierung des Verdächtigen kein Fehler vorgelegen sei. Der 39-Jährige habe zunächst den Böller von der Brücke geworfen. Dann drehte er sich zu den Beamten und zündete den nächsten, weshalb sich die Einsatzkräfte kurzfristig zurückzogen. "Man weiß nie, welche Böller das sind, wie stark es die zerreißt", sagte eine Beamtin. Dann habe er sich wieder Richtung Treppelweg gedreht und wollte den nächsten Kracher zünden, was die Polizisten verhinderten.

Der Angeklagte behauptete nach jeder Aussage, dass er die Polizisten nicht kenne. "Der Herr war nicht dabei", sagte er etwa nach einer Zeugeneinvernahme. "Die mich festgenommen haben, waren viel größer."

(APA/Red)

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