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6,60 Euro für Führung: Zockt ORF Schüler ab?

Gestern, 16:24

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann hat den Vorwurf zurückgewiesen, der ORF würde Schüler bei Führungen "abzocken". In einem Schreiben an den ORF-Publikumsrat betonte Weißmann, dass der eingehobene Beitrag lediglich der teilweisen Kostendeckung diene.

ORF-Generaldirektor Roland Weißmann weist den von ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler erhobenen Vorwurf, das öffentlich-rechtliche Medienhaus würde mit seinen Führungen Schülerinnen und Schüler "abzocken" "schärfstens" zurück. Das geht aus einem Schreiben an ORF-Publikumsräte hervor, die sich offenbar mit einigen Fragen an den ORF-Chef gewandt hatten. Weißmann erklärte, dass ein kleiner Beitrag aufgrund des Sparsamkeitsgebotes nötig sei. Gewinn mache man damit nicht.

ORF-Führung kostet 6,60 Euro pro Kind

Westenthaler, der von der FPÖ in das oberste ORF-Gremium entsandt wurde, äußerte zuletzt am Montag Unverständnis darüber, warum man den ORF-Beitrag zu entrichten habe und dann noch nicht mal eine kostenlose Führung durch den ORF erhalte. Der ORF habe einen Bildungsauftrag, sagte er.

Weißmann stellte nun klar, dass der ORF den gesetzlichen Auftrag habe, auf Basis des ORF-Beitrags Programme für Fernsehen, Radio und Online in verschiedensten Bereichen zu produzieren. Aktivitäten, die diesen Auftrag unterstützen - wie etwa ORF-Führungen - seien zwar erlaubt, müssten aber wirtschaftlich geführt werden. Für die 90-minütigen Führungen werde pro Kind oder Jugendlichem 6,60 Euro eingehoben, bei Erwachsenen seien es 12 Euro. Mit dem niederschwelligen Beitrag, der vergleichbar hoch sei wie bei Führungen durch das Zoom-Kindermuseum oder die Albertina werde nur der administrative und personelle Aufwand annähernd kostendeckend finanziert.

Aufwand übersteigt Erlöse

In der Vollkostenrechnung bei ORF-Backstage aus dem Jahr 2025 stünden ca. 440.000 Euro aus Erlösen, die etwa aus Führungen und Ticketverkäufen für Studiosendungen wie "Dancing Stars" stammen, einem Gesamtaufwand von 759.000 Euro gegenüber. Die Differenz schieße der ORF zu, schrieb Weißmann.

(APA/Red)

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