In nur 30 Stunden wird die Wiener Staatsoper für den 68. Opernball in einen prunkvollen Ballsaal verwandelt. Rund 500 Arbeiterinnen und Arbeiter sind seit Dienstagfrüh im Einsatz. Der Ablauf ist bewährt – doch an Details wird jedes Jahr weiter gefeilt.
Die Staatsoper putzt sich für den am 12. Februar heraus: Seit Dienstagfrüh verwandeln 500 Arbeiterinnen und Arbeiter die Oper in nur 30 Stunden in den wohl schönsten Ballsaal der Welt. Das Prozedere ist im Prinzip seit Jahren dasselbe. "Details verbessern wir aber jedes Jahr", sagte Gebäudeverwalter Harald Gepp gegenüber der APA.
170 Parkettplatten und präzise Abläufe
Die Idee, die verschiedenen Ebenen der Staatsoper zu einem einzigen Tanzparkett umzubauen, geht weit zurück bis zum legendären Tanzlehrer Willy Elmayer. Elmayer störte bitterlich, dass Bühne und Zuschauerraum nicht nur durch den Orchestergraben getrennt, sondern auch verschieden hoch waren. Daher wollte er ein einziges, überdimensioniertes Tanzparkett schaffen, was ihm kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges von den Bundestheatern auch erlaubt wurde.
Umbauarbeiten für den Opernball
Seitdem folgen die Umbauarbeiten grob demselben Muster: Im Inneren der Oper wird als erstes das Parkett aufgebaut. Rund 170 der zwei Quadratmeter großen Platten müssen für die Veranstaltung verlegt werden. Um die Neigung des Zuschauerraumes auszugleichen, wird darunter eine Art Gerüst aufgebaut, damit in der Ballnacht eine ebene Tanzfläche bereitsteht. Parallel werden die Bühnenlogen errichtet.
Enger Zeitplan als größte Herausforderung
So eingespielt die Arbeiten inzwischen auch sind, es bleibt ein Hauptrisiko: Der enge Terminplan. Den zahlreichen einzelnen Firmen stehen streng zugeteilte Timeslots für ihr Werken zur Verfügung. "Wenn sich eine verspätet, dann betrifft das alle", sagte Gepp.
Auch der Blumenschmuck, der erneut von Emil Doll mit Maryam Yeganehfar kreiert wurde, muss behutsam quer durch die Oper. Dieses Mal setzte das Duo auf "Red Naomi Futura"-Rosen in sattem Rot und roten Amaranthus. Im Unterschied zu den Vorjahren soll heuer die Architektur der Oper stärker betont und durch "gezielt gesetzte florale Akzente neu in Szene gesetzt" werden.
Wienr Opernball 2026 erstmals als "Green Event"
Der Wiener Opernball geht heuer erstmals als "Green Event" über die Bühne. Eine offizielle Zertifizierung bestätigt die Erfüllung umfassender Umweltkriterien, unter anderem in den Bereichen Catering, Beschaffung, Abfallmanagement sowie Mobilität. Ein besonderer Fokus lag auf dem Catering: Rund 80 Prozent der angebotenen Speisen, darunter auch die traditionellen Opernballwürstel, stammen aus biologischer und regionaler Herkunft.