Wien erlebt derzeit einen besonders trüben Winter, der die Stimmung vieler Menschen belastet. Während einige versuchen, sich sportlich zu betätigen, macht die anhaltende Dunkelheit viele depressiv.
Wien zeigt sich in diesem Winter grau in grau. Viele Menschen kämpfen gegen die trübe Witterung, worunter insbesondere die Stimmung leidet. Ein Passant drückte es treffend aus: „"as macht sehr depressiv. Ich warte schon die ganze Zeit, dass die Sonne wiederkommt", so die Aussage gegenüber "Wien heute".
Für Wien der trübste Winter seit 30 Jahren
Die aktuelle Winterperiode in Wien ist bislang außergewöhnlich dunkel. Im Dezember verzeichnete die Stadt lediglich 38 Sonnenstunden, während der langjährige Durchschnitt bei 52 Stunden liegt. Im Januar schien die Sonne 55 Stunden, was nahe am Durchschnitt von 58 Stunden liegt. Doch der Februar ist bislang ohne jegliche Sonnenstunden geblieben, obwohl normalerweise zu diesem Zeitpunkt bereits etwa neun Sonnenscheinstunden erwartet werden.
Laut Kevin Hebenstreit, dem Meteorologen des ORF Wien, erleben die Wiener den trübsten Winter seit dreißig Jahren. Der letzte vergleichbare Winter lag in der Saison 1995/96.
Wetterlage hat Einfluss auf das Wohlbefinden
Normalerweise haben die Winter in Wien in den letzten Jahrzehnten tendenziell mehr Sonnenschein gebracht. In diesem Zeitraum ist der Sonnenlichteinfall um rund 20 Prozent gestiegen, was auf reduzierte Schadstoffe in der Luft zurückzuführen ist. Dies resultiert aus umfassenden Luftschutzmaßnahmen. Dennoch sorgt die aktuelle Wetterlage mit kaltem, feuchtem Nebel für wenig Licht, was viele Menschen stark belastet.
Psychiater wie Marc Nairz-Federspiel warnen, dass zu wenig Licht saisonale Depressionen begünstigen kann. "Durch zu wenig Licht verschiebt sich der Schlaf-Wach-Rhythmus. Viele fühlen sich permanent müde und sehnen sich nach Sonne, fast wie im Winterschlaf", erklärt Nairz-Federspiel.
Das hilft gegen saisonale Verstimmungen
Um den negativen Auswirkungen des Lichtmangels entgegenzuwirken, greifen viele Menschen zu Vitamin D-Präparaten. Doch der Psychiater weist darauf hin, dass dies allein nicht hilfreich ist. Alternativ wird häufig Johanniskraut eingesetzt, das jedoch auch Nebenwirkungen mit sich bringen kann.
Eine effektivere Maßnahme könnten Tageslichtlampen darstellen, die günstig im Handel erhältlich sind. Laut Nairz-Federspiel sollte die Lichttherapie täglich 30 Minuten mit einer geeigneten Lampe durchgeführt werden – hierbei ist die Lichtintensität und -farbe entscheidend. Viele Nutzer berichten von positiven Effekten.
Dennoch ist es wichtig, trotz Nebel und Kälte, Zeit im Freien zu verbringen. Zwar sind für das kommende Wochenende möglicherweise einige Sonnenstunden vorhergesagt, jedoch bleibt es bis zur Mitte der kommenden Woche voraussichtlich weiterhin trüb, wie Hebenstreit vom ORF-Wien berichtet.