Am Donnerstagnachmittag hat der neue Wiener Erzbischof Josef Grünwidl der evangelisch-lutherischen Bischöfin Cornelia Richter seinen Antrittsbesuch abgestattet.
Das Gespräch sei "in außerordentlich herzlicher Atmosphäre" verlaufen, berichtete die "Kathpress" am Freitag. Inhalte waren demnach der gemeinsame Einsatz für den gesellschaftlichen Zusammenhalt, für Frieden, Versöhnung und Dialogbereitschaft oder auch "gegen die zunehmende Vereinsamung so vieler Menschen".
Grünwidl und Richter betonten die Wichtigkeit der Ökumene. Bereits jetzt gäbe es viele gemeinsame Initiativen. Die wolle man zum einen fortsetzen und zum anderen vielleicht das eine oder andere Neue hinzufügen, wie Richter sagte. Grünwidl bekräftigte seinen Willen, mit allen Kirchen im Land gute Kontakte zu pflegen. "Denn meine Schwester ist neue Bischöfin in Österreich, ich bin neuer Erzbischof in Wien. Dass wir uns hier persönlich begegnen und kennenlernen konnten und einige Themen absteckten und besprachen, war für mich überaus wertvoll."
Dass in der Ökumene aber noch nicht alles eitel Wonne ist, räumten sowohl die Bischöfin als auch der Erzbischof ein. Es gebe durchaus auch noch innerkatholisch kritische Stimmen, meinte etwa Grünwidl. Und Richter sagte: "Bauchschmerzen bereiten mir ökumenische Veranstaltungen dann, wenn nicht ganz sicher ist, wie die Rolle der Evangelischen oder auch die Rolle von einer ordinierten Frau wahrgenommen wird. Da ist, glaube ich, noch Luft nach oben."