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So war die Premiere des neuen "Dracula"-Musicals im Museumsquartier

29-01-2026, 17:08

Die Premiere des "Dracula"-Musicals im Wiener Museumsquartier verzauberte das Publikum mit viel Humor und herausragender Stimmgewalt der Hauptdarsteller, was in einem ausverkauften Saal mit stehenden Ovationen und "Zugabe"-Rufen gefeiert wurde.

Samt, Leder, viktorianische Anzüge. Eins ist klar: Die Besucher:innen der "Dracula"- Musicalpremiere haben verstanden, worum es hier geht. Schon beim Betreten des Eingangsbereichs der Halle E im Wiener Museumsquartier fühlt man sich nach Transsilvanien versetzt. Und bis zum Verlassen des Geländes nach 2,5 Stunden Musicalerlebnis verlässt einen als Besucher:in diese Trance auch nicht.

Kitschig? Ja, das darf es auch sein!

Während sich alle auf den Plätzen der restlos ausverkauften Halle einfinden, heulen im Hintergrund leise ein paar Werwölfe, unheimliche Musik sorgt schon im Vorfeld für die richtige Atmosphäre. Ein wenig klischeehaft, sicherlich, was bei einem Klassiker des Vampirromans aber durchaus zu erwarten war. Und derlei Klischees werden auch im Laufe des Abends nicht weniger, es gibt reichlich Knoblauch, Silber und lateinische Abwehrsprüche – aber sie werden von dem starbesetzten Cast mit einem Augenzwinkern und ordentlich Schmäh vermittelt und sorgen so regelmäßig für Lacher im Publikum.

Viel Humor und Erotik

Humor scheint ohnehin das Thema des Abends zu sein. Etwa beim Auftritt des amerikanischen Liebhabers, welcher Lucy, der besten Freundin der Hauptfigur Mina, einen Heiratsantrag macht. Sie kann sich zwischen ihm und anderen Werbern kaum entscheiden, so sehr begeistert sie sein "großer ... Hut!" Vom Publikum werden derlei Scherze mit viel Gelächter belohnt. So wird einem ikonischen wie auch gleichermaßen etwas langatmigen Klassiker treffend etwas Leben eingehaucht. Beim "Original-Dracula" handelt es sich nämlich in großen Teilen um einen Briefroman – im Musical wird dies clever mit einem Vorhang gelöst, welcher die Bühne in zwei Hälften teilt, während Jonathan Harker und Mina Murray schmachtende Duette zum Besten geben.

Thematisch bezieht sich das Musical hauptsächlich auf den Rivalitätsaspekt zwischen Jonathan Harker und Graf Dracula sowie auf die Zerrissenheit Minas, die zwischen Vernunft und Leidenschaft abzuwägen versucht. Wer sich hier ein wenig an das "Phantom der Oper" erinnert fühlt, liegt nicht ganz daneben. Einige Ungereimtheiten ergeben sich zugegebenermaßen in der Übersetzung der englischsprachigen Vorlage von Bram Stoker. Da wäre zum Beispiel die Begeisterung Harkers über das "gute Englisch" des Grafen nach einer Gesangseinlage - nur, dass dieser auf Deutsch singt.

Hauptdarsteller glänzen mit Stimmgewalt

Die beiden Hauptdarsteller Jan Ammann als charismatischer Graf Dracula und Lisa Habermann als Mina Murray glänzen stimmlich an diesem Premierenabend – auch wenn die Lautstärke der Musik es stellenweise erschwert, ihnen inhaltlich zu folgen. Auch die drei Vampirbräute – gespielt von Noraleen Amhausend, Duygu Yüzbasioglu und Nicole Klünsner – liefern wunderschöne Harmonien ab, beim Zuschauen wird man ein wenig an Sirenen aus der griechischen Mythologie erinnert.

Am Ende der Vorstellung gibt es einen fast 10-minütigen Schlussapplaus, Standing Ovations inklusive. Vereinzelt hört man einige "Zugabe"-Rufe, die für Lacher beim Herrn Dracula sorgen. Wer sich das Musical heuer noch anschauen möchte, sollte schnell sein: Einzig für die Zusatzshow am 30.1. gibt es noch vereinzelte Tickets, die restlichen Termine sind bereits ausverkauft. Veranstalter ShowSlot kündigte jedoch bereits an, wegen der hohen Nachfrage weitere Termine im Jahr 2027 anzubieten.

(Red)

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