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Wiener Klinik Hietzing schließt Geburtenstation

29-01-2026, 12:14

Die Klinik Hietzing stellt ihre Geburtshilfe ein. Ab dem Jahr 2027 werden dort keine Geburten mehr durchgeführt, teilte der Wiener Gesundheitsverbund mit. Die Entbindungen werden künftig auf andere Wiener Kliniken mit angeschlossener Neonatologie verlagert. Die gynäkologische Abteilung in Hietzing wird sich stattdessen auf spezialisierte medizinische Schwerpunkte konzentrieren.

Konkret sollen die Geburten ab 2027 an jene fünf Kliniken des Wiener Gesundheitsverbundes verlegt werden, die über neonatologische Abteilungen verfügen: Ottakring, Landstraße, Favoriten, Donaustadt und Floridsdorf. Dort seien laut Gesundheitsverbund ausreichend Kapazitäten und erfahrene Teams vorhanden. Insgesamt betrifft die Verlagerung rund fünf Geburten pro Tag.

Ziel der Maßnahme sei es, die Versorgung von Mutter und Kind enger zu verzahnen. Geburtshilfe und Neonatologie sollen künftig an einem Standort gebündelt werden, um im Bedarfsfall eine unmittelbare medizinische Betreuung von Neugeborenen zu ermöglichen.

Geburten in der Klinik Hietzing bis Anfang 2027 weiterhin möglich

Für werdende Eltern gibt es vorerst Entwarnung: Geburten in der Klinik Hietzing sind noch bis Anfang 2027 wie gewohnt möglich. Die Abteilung bleibt bis zur Verlagerung voll ausgestattet und betreut Schwangerschaften und Entbindungen ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche. Auch die Anmeldung zur Geburt erfolgt weiterhin über die Plattform geburtsinfo.wien.

Bereits jetzt werden Neugeborene mit erhöhtem medizinischem Betreuungsbedarf von der Klinik Hietzing in andere Häuser, etwa nach Ottakring, transferiert. Mit der geplanten Neuausrichtung soll dieser Ablauf künftig vereinfacht werden.

Nähe von Geburtshilfe und Neonatologie als Qualitätsfaktor

Der Wiener Gesundheitsverbund betont, dass die Bündelung der Leistungen ein medizinischer Qualitätsgewinn sei. Die unmittelbare Nähe von Geburtshilfe und Neonatologie ermögliche eine rasche Versorgung von Neugeborenen und eine nahtlose Betreuung der Familien – besonders bei Komplikationen in den ersten Lebenstagen.

Wiener Klinik Hietzing setzt künftig auf Spezialisierung

Mit dem Ende der Geburtshilfe richtet sich die gynäkologische Abteilung der Klinik Hietzing neu aus. Künftig liegt der Fokus verstärkt auf Brustgesundheit, onkologischen Erkrankungen sowie Hormonstörungen. Laut Klinikleitung soll diese Spezialisierung zu einer stärkeren Expertise und modernen, gezielten Behandlungspfaden führen. Auch für die Mitarbeiter:innen bedeute der Schritt klarere Strukturen und neue Entwicklungsmöglichkeiten.

Geburtenstation schließt: Sinkende Geburtenzahlen als Hintergrund

Ein weiterer Grund für die Umstrukturierung sind die sinkenden beziehungsweise stagnierenden Geburtenzahlen. Österreich verzeichnet seit mehreren Jahren ein Geburtendefizit. In Wien blieb die Zahl der Lebendgeborenen zuletzt auf relativ stabilem Niveau, lag 2024 aber mit rund 18.900 Geburten unter dem Wert von 2021.

Mit der Neuausrichtung reagiert der Wiener Gesundheitsverbund nach eigenen Angaben auf diese demografische Entwicklung und passt die Spitalsstruktur an den tatsächlichen Bedarf an.

(Red.)

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