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Größter geschlossener Trinkwasserspeicher der Welt sichert Wiener Wasserversorgung

29-01-2026, 12:10

Wien investiert in die Trinkwasserversorgung und baut in Neusiedl am Steinfeld den weltweit größten geschlossenen Trinkwasserspeicher, dessen Rohbau weit fortgeschritten ist. Dies ist Teil der Strategie "Wiener Wasser 2050", um die Versorgungssicherheit zu verbessern und die Infrastruktur an den wachsenden Wasserbedarf aufgrund von Bevölkerungszunahme und Klimawandel anzupassen.

Die Arbeiten am größten geschlossenen Trinkwasserspeicher der Welt werden von Wiener Wasser in Zusammenarbeit mit der MA 39 der Stadt Wien durchgeführt. "Die hohe Qualität des Wiener Trinkwassers zählt zur weltweit bewunderten Wohn- und Lebensqualität in unserer Stadt. Die regelmäßigen und zuverlässigen Kontrollen durch die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle garantieren für Sicherheit: sowohl bei der hygienischen Wasserqualität wie auch hier bei der Planung und beim Bau der Infrastruktur", so Wiens Vizebürgermeisterin Kathrin Gaal.

Größter geschlossener Trinkwasserspeicher der Welt soll Wasserversorgung auch in Zukunft sichern

"Im größten geschlossenen Trinkwasserbehälter der Welt in Neusiedl am Steinfeld können in Zukunft rund eine Milliarde Liter Wasser gespeichert werden. Das ist ein Jahrhundertprojekt für die Wasserversorgung der Stadt", so Wiens Klimastadtrat Jürgen Czernohorszky. "Wien investiert jährlich rund 130 Millionen Euro in die Wasser- Infrastruktur, damit unsere Wasserversorgung langfristig sicher ist. Wir treffen jetzt die notwendigen Maßnahmen, damit auch für die nächsten Generationen zu jeder Zeit Trinkwasser in bester Qualität verfügbar ist." Der Behälter wird um vier Wasserkammern erweitert. Die erste Kammer nimmt Form an, mit Aushubarbeiten bis zu acht Metern Tiefe und fast fertigen elf Meter hohen Wänden und Säulen. Von 67 Wänden sind 50 und von 169 Säulen 120 fertig. Trotz kaltem Wetter wird bald die Decke betoniert. Es werden insgesamt 35.000 Kubikmeter Beton verwendet, mit wöchentlichen Prüfungen, um die Qualität unter den frostigen Bedingungen sicherzustellen.

"Die Expertinnen und Experten der MA 39 begleiten die Konzeption des Neubaus seit Jahren. Ein Schwerpunkt ist dabei die betontechnologische Beratung und die Ausarbeitung des Prüfplans für die baubegleitenden Qualitätskontrollen. Er sieht im Wochenabstand durchgeführte Betonprüfungen vor Ort vor, Abnahmeprüfungen an fertiggestellten Bauteilen erfolgen laufend. Bei Bedarf werden vor Ort Verdichtungsversuche zur Überprüfung der Tragfähigkeit des Untergrundes durchgeführt. So stellen wir sicher, dass die neuen Wasserkammern des Behälters Neusiedl am Steinfeld den höchsten technischen Standards entsprechen und für viele Jahrzehnte bestehen", sagt Dieter Werner, Leiter der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle.

"Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf der Baustelle tragen eine hohe Verantwortung für die Sicherung der Wiener Wasserversorgung. Die eisigen Temperaturen und der Schneefall verlangen den Beteiligten vieles ab. Trotzdem verlaufen die Arbeiten nach Plan", betont Wiener-Wasser-Chef Paul Hellmeier. "Der Behälter Neusiedl am Steinfeld ist schon jetzt zentral für die Versorgungssicherheit von Wien. Mit dem Ausbau stellen wir sicher, dass auch in Zukunft ausreichend hervorragendes Trinkwasser zur Verfügung steht." Das Trinkwasser in Wien wird sowohl vor Ort als auch in den Hygienelabors der Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle täglich überprüft - insgesamt sind das etwa 70.000 Einzelparameter pro Jahr. Dadurch wird eine durchgängige Qualität vom Ursprung bis zum Wasserhahn gewährleistet.

Bis zu eine Millarde Liter Wasser in größtem geschlossenen Trinkwasserspeicher der Welt

Der Behälter Neusiedl am Steinfeld wurde in das Gefälle der I. Hochquellenleitung integriert. Derzeit umfasst er vier große Wasserkammern mit einem Fassungsvermögen von rund 600 Millionen Litern Wasser. Das Hochquellwasser passiert den Behälter ohne den Einsatz von Pumpen und fließt weiter bis nach Wien. Der Ausbau des Speichervolumens erfolgt in zwei Phasen. Bis Ende 2028 sollen zwei zusätzliche Kammern entstehen, die zusammen 200 Millionen Liter Wasser aufnehmen können. Nach einer vierjährigen Bauzeit wird das Speichervolumen insgesamt 800 Millionen Liter Wasser betragen. Anschließend ist ein weiterer Ausbau um zwei zusätzliche Kammern sowie eine Sanierung der bestehenden Kammern vorgesehen.

Nach Abschluss der Arbeiten hat der Behälter Neusiedl am Steinfeld ein Speichervolumen von etwa einer Milliarde Litern Wasser (1 Million Kubikmeter), was einer Steigerung um etwa 70 Prozent gegenüber dem bisherigen Stand entspricht. Zur Veranschaulichung: 1 Million Kubikmeter entsprechen ungefähr der Fläche eines Fußballfeldes, das bis zu einer Höhe von 140 Metern mit Wasser gefüllt ist. In dieses Fußballfeld könnte der gesamte Stephansdom passen. Insgesamt wird Wiener Wasser künftig in der Lage sein, in seinen 31 Wasserbehältern rund zwei Milliarden Liter Wasser zu speichern.

"Wiener Wasser 2050": Strategie für Wachstum und Klimawandel

Prognosen zufolge wird Wien bis 2050 um die Größe von Graz wachsen. Wiener Wasser erwartet daher eine Erhöhung des gesamten Wasserverbrauchs um etwa 15 Prozent. Der Klimawandel führt gleichzeitig verstärkt zu extremen Wetterereignissen wie Dürre, Hochwasser und Starkregen, was die Verfügbarkeit von Quellwasser beeinträchtigen kann. Mit der Strategie "Wiener Wasser 2050" hat Wien einen Plan entwickelt, um den steigenden Wasserbedarf trotz dieser Herausforderungen zu bewältigen. Seit der Vorstellung der Strategie im Jahr 2022 wurde etwa ein Drittel der Maßnahmen umgesetzt. Als nächstes Großprojekt beginnt im Frühjahr der Bau eines neuen, modernen Trinkwasserwerks auf der Donauinsel, das ab 2029 bei Bedarf bis zu 1.000 Liter Trinkwasser pro Sekunde liefern soll.

Egal ob bei großen Bauprojekten, Materialtests, der Wasserqualität oder der Hygiene in Krankenhäusern: Die Prüf-, Inspektions- und Zertifizierungsstelle sichert Qualität und Sicherheit. Ihre Geschichte geht zurück bis zur Bauphase der Ringstraßenära, als die Stadtverwaltung eine "Probierstation" zur Überprüfung von Baumaterialien einrichtete. Heute umfasst die Abteilung eine Vielzahl von Themen und Kompetenzen mit einem gemeinsamen Leitgedanken: Qualität und Sicherheit. Die Mitarbeiter*innen überwachen die Qualität des Wiener Trinkwassers sowie der Badegewässer und kontrollieren die Hygiene in Krankenhäusern und Küchen. Das Strahlenschutzlabor bietet umfassende Berechnungen, Gutachten und Beratungen im Strahlenschutz an, zum Beispiel für Personen, die mit Röntgengeräten arbeiten. Im Bauwesen reicht das Angebot von Brand- und Schallschutz, über Energieeffizienz, Licht und Beleuchtung, Tests an Beton und Dämmstoffen bis zu bauphysikalischen Forschungen über Fassadenbegrünungen und innovativen Bauteilversuchen für Re-Use-Projekte.

(Red)

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