Vergangene Woche wurden zwei Waldrappe aus dem Wiener Tiergarten Schönbrunn nach Spanien gebracht. Im Rahmen des "Projecte Ibis Ermità" sollen sie im Naturpark Aiguamolls de l’Empordà in Katalonien ausgewildert werden. Die Tiere gehören zu den ersten ihrer Art, die dort eine sesshafte Kolonie bilden sollen.
Der Waldrapp galt in Europa seit dem 17. Jahrhundert als ausgestorben. Heute wird versucht, ihn durch gezielte Auswilderungsmaßnahmen zurückzubringen. Vor dem Sommer sollen insgesamt 30 Tiere aus verschiedenen Zoos in Katalonien freigelassen werden. In Andalusien gelang ein vergleichbares Projekt bereits.
Da Waldrappe Zugvögel sind, müssen sie ihre Flugroute im ersten Lebensjahr erlernen. In einem EU-geförderten Projekt werden sie daher von Menschen in den Süden geführt. In Katalonien könnten sie aber auch sesshaft bleiben – dort finden sie ganzjährig genügend Nahrung.
Laut Tiergarten Schönbrunn ist die Rolle von Zoos entscheidend für den Erfolg solcher Projekte. Sie sichern stabile Populationen, aus denen Tiere für die Wiederansiedlung entnommen werden können. Damit leisten zoologische Gärten einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz.