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Wiener Escort-Dame massiv bedrängt und verfolgt: 43-Jähriger verurteilt

27-01-2026, 15:45

Ein 43‑jähriger Mann hat eine Escort‑Dame in Wien über Monate massiv belästigt und bedroht. Unter anderem platzierte er einen GPS‑Sender in einem Polster, um ihre neue Adresse herauszufinden. Am Dienstag wurde der Niederösterreicher zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt – nicht rechtskräftig.

Ein Freier hat in Wien eine Escort-Dame dermaßen belästigt, dass das Ganze am Dienstag vor Gericht gelandet ist. Der 43-jährige Niederösterreicher hatte der Frau etwa einen GPS-Sender in einem Polster platziert, um ihre neue Adresse herauszufinden. Er wurde - nicht rechtskräftig - zu drei Monaten bedingter Haft verurteilt.

Der 43-Jährige buchte 2019 die Rumänin über ihre Agentur zum ersten Mal. Nach drei Jahren entwickelte er Gefühle, als die 29-Jährige eine Zeit lang in ihre Heimat ging. Nach seinen Angaben zufolge habe sich die Beziehung 2025 intensiviert.

Escort-Dame immer wieder kontaktiert und belästigt

Die Frau fühlte sich allerdings belästigt, weil der Niederösterreicher immer wieder über ihre Agentur, über Whatsapp, Mail und über soziale Medien den Kontakt zu der Frau gesucht hat. Dafür verwendete er auch immer wechselnde Telefonnummern von Prepaid-Handys. "Ich habe ihm mehrfach gesagt, ich bin nicht verliebt, er sei nur Kunde", sagte die 29-Jährige.

Im März 2025 stieß er via Textnachrichten gegenüber der Frau und ihrer Agentur mehrfach Drohungen aus. Er sei ein Psychopath, er würde Amok laufen, die 29-Jährige töten und ihr Herz essen, schrieb er unter anderem. Zu einer Anzeige kam es da noch nicht. Seinen Angaben zufolge kam es erneut zu regelmäßigen Treffen in Hotels. Sie wiederum sagte, dass sie seit den Drohungen keinen Kontakt mehr wollte, aber da hatte sie noch keine Angst. "Ich habe nicht geglaubt, dass er was macht."

GPS-Sender im Polster versteckt

Als die 29-Jährige im Oktober eine neue Wohnung bezog, und sie ihm die Adresse nicht sagen wollte, versteckte er einen GPS-Sender in einem Polster und überreichte diesen als Geschenk. Allerdings entdeckte die Frau den Peilsender, und so ließ er beim Zentralen Melderegister den Wohnort der 29-Jährigen ausheben. "Ich habe das als Spiel gesehen", relativierte der Angeklagte seine Handlungen, auch dass er mehrfach bei ihrer Wohnungstür läutete.

Am 14. Oktober wollte er sogar mit einem Schlüsseldienst ihre Wohnung aufbohren lassen, als sie gerade drinnen war. Er gab an, er habe etwas in der Wohnung vergessen, in der er nie war. Nur weil die 29-Jährige laut schrie, ließen die Mitarbeiter des Schlüsseldienstes von der Türöffnung ab. Am 28. Oktober ging die Frau dann zu Gericht und erließ eine Einstweilige Verfügung, um endlich Ruhe zu haben. "Ich werde hier zerlegt, es war alles ganz anders", beteuerte der 43-Jährige seine Liebe zu der Rumänin. "Frauen zu verstehen, ist kompliziert", meinte er.

43-Jähriger nicht einsichtig: "Würde alles wieder so machen"

Einsicht zeigte der Mann wenig, wie auch die Richterin bemerkte. "Ich würde alles wieder so machen", sagte der 43-Jährige mehrfach. Er wurde wegen gefährlicher Drohung und versuchten Hausfriedensbruchs verurteilt. Vom angeklagten Stalking wurde er freigesprochen, weil die 29-Jährige nicht mehr sagen konnte, wann und wie oft sie von dem Mann kontaktiert wurde. "Sie haben sie wahrscheinlich ordentlich genervt, aber ich konnte das nicht verifizieren", sagte die Richterin. "Wenn es Ihnen leid tut, hätte man auch über eine Diversion reden können. Entweder Sie kapieren es jetzt oder Sie kapieren es nicht", sagte die Vorsitzende.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Sowohl Angeklagter als auch Staatsanwaltschaft erbaten sich drei Tage Bedenkzeit.

(APA/Red)

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