Neue Daten zeigen: Mieten in Wien steigen weiter - auch in klassischen Arbeiterbezirken wie Favoriten. Für viele wird Wohnen zum Luxus.
Die Plattform SearchPlace.ai hat auf Basis aktueller Angebotsdaten eine Auswertung der Mietpreissituation in Wien erstellt. Das Ergebnis: Im Bezirk Favoriten liegen die Mieten bei Neuvermietungen kleiner Wohnungen (30–50 m²) derzeit bei durchschnittlich 22 Euro pro Quadratmeter. Eine 45 m²-Wohnung kostet damit rund 990 Euro monatlich – exklusive Strom und Heizung.
Das österreichische Durchschnittsnettoeinkommen (Median) liegt laut Analyse bei 2.200 bis 2.400 Euro. Damit fließen fast 50 Prozent des Nettoeinkommens eines Durchschnittsverdieners allein in die Miete einer kleinen Wohnung im 10. Bezirk – von Nebenkosten und Lebenshaltung nicht zu sprechen. "Wohnen entwickelt sich vom Grundrecht zum Luxusgut – nicht nur in der Inneren Stadt, sondern auch in den Außenbezirken", warnt Joshua Krick, CEO von SearchPlace.ai.
Zur eigentlichen Miete kommen gestiegene Betriebskosten und Energiepreise. Laut SearchPlace.ai liegt die monatliche Gesamtbelastung („Warmmiete“) für neue Single-Haushalte bei 60 bis 70 Prozent des verfügbaren Einkommens. Sparen oder Rücklagenbildung werde dadurch für viele unmöglich.
Nicht nur Wien ist betroffen. Die Preisentwicklung in anderen Städten zeigt ähnliche Tendenzen:
"Wenn in Favoriten für 50 Quadratmeter über 1.000 Euro fällig werden, dann haben wir kein Luxusproblem mehr – sondern eine sozialpolitische Schieflage", resümiert Krick. Die Schere zwischen Einkommen und Wohnkosten öffnet sich weiter – und trifft längst nicht mehr nur einkommensschwache Haushalte.
Um Wohnungssuchenden und der Politik ein klares Bild der Lage zu geben, hat SearchPlace.ai den
Gehalts- und Leistbarkeitscheck entwickelt. Unter werden regionale
Gehälter erstmals direkt mit aktuellen Real-Mietpreisen abgeglichen.