Jener Verdächtiger, der einem pflegebedürftigen Wiener einen hohen Geldbetrag gestohlen haben soll, stellte sich am Dienstag der Polizei, nachdem sein Foto im Zuge einer Fahndung veröffentlicht wurde.
Die Fahndung brachte einen schnellen Erfolg: Ein 27-Jähriger hat sich noch am Dienstagabend freiwillig bei der Wiener Polizei gestellt, nachdem die Exekutive am Vormittag ein Bild von ihm in Zusammenhang mit dem Verdacht des betrügerischen Datenverarbeitungsmissbrauchs veröffentlicht hatte. Er soll mitgeholfen haben, einem pflegebedürftigen Mann - einem Rollstuhlfahrer - einen großen Betrag zu stehlen. Die Fahndung wurde somit am Mittwoch widerrufen.
Der nun ausgeforschte slowakische Staatsbürger soll im Juni in der Donaustadt mit der Bankomatkarte des 44-Jährigen Geld abgehoben haben. Wie er zu der Karte gekommen ist, war zunächst unklar. Fix ist jedoch, dass zwei Pfleger im Vorfeld bereits Zugang zum Konto ihres Klienten hatten. Sie wurden angezeigt, berichtete die Polizei am Dienstag.
Die Mutter des 44-Jährigen, der tagsüber eine Betreuung braucht, entdeckte, dass Geld am Konto fehlt. In Verdacht gerieten die Pfleger - ein Österreicher und ein Slowake -, die mittels Online-Banking Überweisungen vom Konto des 44-Jährigen auf ihres getätigt hatten. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass auch jemand mit der Bankomatkarte Abhebungen getätigt hatte. Die Bankkarte wurde aber nicht gestohlen und befand sich weiterhin im Besitz des 44-Jährigen. Das bedeutete, jemand hatte sie entnommen, die Abhebung gemacht und sie wieder zurückgelegt. Über die Aufnahmen der Überwachungskamera der Bank wurde das Bild des dritten Verdächtigen sichergestellt. Insgesamt entstand ein Schaden im fünfstelligen Eurobereich.