Ex-FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache geht vor Gericht gegen Wiener-Festwochen-Intendant Milo Rau persönlich vor.
Er wirft ihm üble Nachrede vor, da Rau in einem 2024 geführten, mittlerweile offline genommenen Interview mit Elfriede Jelinek behauptet hat, Strache habe das SS-Lied "Wir schaffen die siebte Million" gesungen. Am Dienstag musste die Verhandlung am Landesgericht für Strafsachen in Wien allerdings erneut vertagt werden. Rau ist zum dritten Mal nicht erschienen.
Rau ließ sich von seinem Anwalt entschuldigen, er probe gerade in Stockholm für die Uraufführung seines Stücks "Rage", das er am 31. Jänner am Dramaten zur Uraufführung kommt. "Das wird wirklich mühsam", sagte die Richterin sichtlich genervt von der erneuten Abwesenheit Raus. Schließlich würden hier Steuergelder verschwendet. Raus Verteidiger gibt sie mit auf den Weg, den Festwochen-Intendanten "jedenfalls" für einen erneuten Versuch im März "für das Gericht stellig zu machen".
Der Vorwurf von Rau gegen Strache war schon einmal Gegenstand vor Gericht. So wurde der Berliner Verbrecher Verlag im September des Vorjahres vom Wiener Landesgericht für Strafsachen wegen übler Nachrede nach Medienrecht zu einer Geldstrafe verurteilt. Denn Rau hatte in dem Buch "Widerstand hat keine Form, Widerstand ist die Form" geschrieben, dass der Ex-FPÖ-Chef besagtes SS-Lied gesungen habe.