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Erfolgreiche "Auto-Wette" in Wien: Hälfte der Teilnehmer planen Pkw-Verkauf

15-01-2026, 11:54

Ein Projekt der Wiener Linien und des Bezirks Währing zeigt, dass der Verzicht auf ein eigenes Auto sowohl umweltfreundliche als auch wirtschaftliche Vorteile bietet, da Teilnehmer der "Auto-Wette" mit alternativen Mobilitätsformen nicht nur ihre Fahrkosten senken, sondern auch CO2-Emissionen reduzieren konnten. Die Untersuchung ergab zudem, dass der Umstieg kaum zusätzliche Zeit beansprucht.

Ein Leben ohne eigenes Auto schränkt die Mobilität nicht ein - und macht sie obendrein günstiger. Belegt wurde diese Annahme nun durch ein Projekt, das von den Wiener Linien gemeinsam mit dem Bezirk Währing umgesetzt wurde. Im Rahmen der "Auto-Wette" verzichteten teilnehmende Haushalte auf ihr eigenes Gefährt und nutzten andere Mobilitätsformen. Am Donnerstag wurde die Evaluierung durch die Universität für Bodenkultur präsentiert.

3.000 Bewerber für Auto-Wette

Insgesamt 46 Personen aus 37 Haushalten stellten sich der Herausforderung, nachdem sie zuvor aus rund 3.000 Bewerbern ausgewählt worden waren. Sie gaben den Schlüssel für ihren Privat-Pkw ab und erhielten dafür ein Guthaben in der Höhe von 500 Euro, um andere Varianten der Fortbewegung zu nutzen. Zuvor waren sie bereits einen Monat lang – als sie ihr Kfz noch benutzen durften – via App verfolgt worden.

Danach taten sie dann das, was für Menschen ohne eigenes Auto Alltag ist: Sie gingen zu Fuß, fuhren mit dem Rad, nutzten Öffis oder Mietautos bzw. Taxis. Laut Oliver Roider vom Institut für Verkehrswesen an der BOKU wurden rund 300.000 Kilometer Wege analysiert. Die Strecke, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt wurde, stieg um rund die Hälfte. Pro Tag wurden damit rund 20 statt wie zuvor 14 Kilometer absolviert.

©Wiener Linien

Kaum Zeitersparnis – dafür eine finanzielle

Zugleich sank laut den Tracking-Daten der Anteil der mit einem Fahrzeug zurückgelegten Wege von 28 auf 19 Prozentpunkte. Laut der Evaluierung wurde aber kaum mehr Zeit benötigt, um voranzukommen. Signifikant waren dafür offenbar die Einsparungen: Während der Auto-Wette wurden 5,5 Tonnen CO2 weniger verbraucht. Insgesamt konnte damit in drei Monaten so viel Co2 eingespart werden, wie ein kleines Wäldchen mit etwa 440 Bäumen in einem Jahr bindet.

Und man war auch günstiger unterwegs: Die 500 Euro seien so gut wie nie aufgebraucht worden, hieß es. Verwendet wurde im Schnitt 40 Prozent weniger Budget. Die 500 Euro entsprechen laut den Projektbetreibern in etwa den Mobilitätskosten mit eigenem Auto, wenn auch der Wertverlust berücksichtigt wird.

Herausforderung am Land

Zusätzlich zur quantitativen Analyse wurden 28 Haushalte auch qualitativ in Fokusgruppen und Einzelinterviews befragt. Dabei hat sich gezeigt, dass der Planungsaufwand für die Mobilität anfangs gestiegen ist. Routen und Alternativen zu finden, benötigt Zeit. Aber: Sobald dies erledigt ist, waren die neuen Gewohnheiten schnell etabliert. Als herausfordernd wurden vor allem ländliche Ziele außerhalb Wiens empfunden. Der Zeitaufwand mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln wurde dort im Gegensatz zum Auto als deutlich höher eingestuft.  

Positive Auswirkungen auf Teilnehmer

Wie Alexandra Reinagl, die Geschäftsführerin der Wiener Linien berichtete, hatte die Wette auch unmittelbare Auswirkungen auf die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Fast die Hälfte der Haushalte hat angekündigt, ihr Auto verkaufen zu wollen oder hat dies bereits getan. Auch die Währinger Bezirksvorsteherin Silvia Nossek (Grüne) zeigte sich über die Ergebnisse erfreut. Weniger Autos würden mehr Platz für die Allgemeinheit bringen, hob sie hervor.

(APA/Red)

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