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Seltener Nachwuchs bei bedrohten Amurleoparden im Wiener Tiergarten Schönbrunn

15-01-2026, 09:35

Im Tiergarten Schönbrunn gibt es besondern Nachwuchs. Nach der Aufhebung eines Zuchtverbots, das vom Europäischen Erhaltungszuchtprogramm vor einigen Jahren festgelegt wurde, ist bei den Amurleoparden erstmals seit 2018 wieder ein Jungtier geboren worden.

"Der kleine männliche Leopard wurde Anfang November in einer Wurfhöhle geboren. In dieser hat das Jungtier gut versteckt die ersten Lebenswochen verbracht. Denn wie alle Großkatzen sind Amurleoparden Nesthocker. Die Jungtiere kommen blind zur Welt und müssen erst entsprechend wachsen und sich weiterentwickeln", so der Direktor des Wiener Tiergarten Schönbrunn, Dr. Stephan Hering-Hagenbeck.

Nachwuchs bei Amurleoparden: Jungtier erkundet Außenanlage im Wiener Tiergarten Schönbrunn

Im Laufe der Zeit blickte das junge Kätzchen häufiger neugierig aus seinem Versteck. Schließlich trug das Muttertier es immer wieder aus der Höhle, oder es traute sich sogar selbst hinaus. Inzwischen können Besucher das Amurleoparden-Jungtier bei seinen spielerischen Erkundungstouren in der Außenanlage beobachten.

Der an kalte Klimabedingungen angepasste Amurleopard stellt eine Unterart des Leoparden dar und zählt zu den seltensten Säugetieren weltweit. Er ist nur noch in etwa zwei bis drei Prozent seines ursprünglichen Verbreitungsgebiets anzutreffen. Die Mehrheit der wild lebenden Amurleoparden befindet sich im Leopardovy-Nationalpark im Osten Russlands. Abseits dieses Schutzgebiets sind lediglich in kleinen Regionen im Nordosten Chinas vereinzelte Tiere vorhanden. Die Gesamtpopulation wird auf lediglich etwa 120 Individuen geschätzt. Der Amurleopard steht vor allem wegen der Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes, die mit Wilderei und unkontrolliertem Holzschlag einhergeht, kurz vor der Ausrottung. "Gemeinsam mit anderen Tiergärten engagieren wir uns seit 2016 im Rahmen eines Europäischen Erhaltungszuchtprogramms dafür, diese Art zu erhalten. Doch Nachwuchs ist sehr selten. Im vergangenen Jahr wurden in den 30 Institutionen des Europäischen Zooverbands, die diese Art halten, nur sieben Jungtiere in vier Einrichtungen geboren. Umso wertvoller ist unser Nachwuchs hier im Tiergarten", sagt Kurator Rupert Kainradl, MSc.

(Red)

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