logo



[email protected]

Nach Glatteisgefahr: Wettersituation entspannt sich

14-01-2026, 13:44

Nach dem Blitzeis am Dienstag hat sich das Wetter in Österreich beruhigt. Geosphere Austria erklärte, dass keine Glatteisgefahr mehr besteht. Der Verkehr verlief am Mittwoch fast normal. In den kommenden Tagen wird Hochdruckwetter erwartet, es bleibt trocken. Die Rettungsdienste verzeichneten zuvor zahlreiche Einsätze wegen des Glatteises.

Am Dienstag gab es bei der Wiener Berufsrettung etwa 100 zusätzliche Einsätze wegen Glatteis, vor allem früh morgens. Bis zum Mittag wurden 65 Einsätze registriert, berichtete Rettungssprecher Daniel Melcher. Viele Menschen stürzten auf glatten Gehwegen und erlitten Prellungen, Abschürfungen, Brüche oder Luxationen.

Glatteisgefahr lässt Einsätze der Wiener Berufsrettung um zehn Prozent steigen

Die Verletzten wurden versorgt bzw. in Spitäler gebracht. Normalerweise dokumentiert die Wiener Berufsrettung etwa 1.000 Einsätze pro Tag, durch das Glatteis entstand also eine etwa zehnprozentige Steigerung. Am Mittwoch kam es ebenfalls zu einigen Unfällen im Zusammenhang mit den Wetterbedingungen, aber nur mehr ganz vereinzelt. Die Wiener Berufsfeuerwehr hatte am Dienstag etwa 40 Einsätze, die eindeutig den winterlichen Verhältnissen zuzuordnen waren. Dabei handelte es sich vorwiegend um das Entfernen von Dachlawinen oder Eiszapfen - die in großer Höhe zu einer Gefahr werden können, vor allem wenn sie sich über Ein- und Ausgängen von Gebäuden befinden.

Flug- und Zugverkehr nach Glatteisgefahr wieder planmäßig

Auf dem Flughafen Wien in Schwechat lief der Betrieb seit Mittwochfrüh wieder "nach Plan", sagte Sprecher Peter Kleemann auf Anfrage. Die Flächen seien enteist und beide Pisten wieder geöffnet. Der Winterdienst des Airports sei "seit Montag durchgehend im Einsatz". Einzelne Nachwirkungen aufgrund der "gestrigen Ausnahmesituation" seien "nicht auszuschließen", so Kleemann.

Die ÖBB, die am Dienstag aufgrund der eisigen Verhältnisse eine Reisewarnung ausgegeben hatten, sprachen am Mittwoch wieder von einer deutlichen Besserung. Es gebe vereinzelte Zugausfälle, die auf die Witterung zurückzuführen sind, teilte eine Sprecherin mit. Aber grundsätzlich laufe "alles planmäßig", hieß es.

Auch bei den Wiener Linien kam es am Mittwoch nicht mehr zu witterungsbedingten Störungen. Vereinzelt gab es noch Haltestellen mit Glatteisbildung, dort wurden die Oberflächen geräumt. In den vergangenen Tagen waren zusätzlich 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Winterdiensteinsatz, teilte ein Sprecher der Wiener Linien mit. 80 zusätzliche Fahrzeuge wie Schienenräum- und Streufahrzeuge standen ebenfalls im Einsatz.

Wettersituation: Lawinengefahr in den Bergen

Laut einem Ausblick der Geosphere Austria ist in den nächsten Tagen keine dramatische Glatteissituation mehr zu erwarten. Neuschnee ist ebenfalls nicht in Sicht - aber der bestehende Schnee sollte zumindest erhalten bleiben. Vor der aktuellen Lawinengefahr im alpinen Gelände warnte am Mittwoch das Kuratorium für Verkehrssicherheit. Wichtig sei neben der geeigneten Ausrüstung auch eine realistische Einschätzung der Gefahren.

"Die aktuellen Verhältnisse sind klare Lawinenverhältnisse. Das eigene Sicherheitsbewusstsein und Verhalten im alpinen Gelände ist ein maßgeblicher Sicherheitsfaktor", sagte Johanna Trauner-Karner, Leiterin des Bereichs Sport- und Freizeitsicherheit im KFV. Durchschnittlich 19 Menschen sterben jedes Jahr aufgrund von Lawinen in Österreich, weitere 198 werden verletzt. Im laufenden Jahr sind bereits mindestens zwei Todesopfer durch Lawinen zu beklagen - darunter ein 13-jähriger Bub.

(APA/Red)

Nachrichtenquelle


© 2017-2024 wienpress.at [email protected]