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Gute Wintersaison erfreut heimischen Tourismus

14-01-2026, 13:28

Laut Wirtschaftskammer verläuft die Wintersaison für heimische Tourismusbetriebe positiv. Susanne Kraus-Winkler, Tourismussprecherin der WKÖ, berichtete von hoher Auslastung, insbesondere zu Weihnachten und Silvester. Dies gilt nicht nur für Winterdestinationen in Westösterreich, sondern auch für Städte mit gut besuchten Weihnachtsmärkten.

Im Jahr 2025 verzeichnete die österreichische Tourismusbranche laut Statistik Austria mindestens 156 Millionen Nächtigungen, was über dem Niveau von 2019 liegt. Der Sommer brachte mehr Nächtigungen als der Winter, doch die Einnahmen waren im Winter höher. Ausländische Gäste gaben im Winter 8,7 Milliarden Euro aus, im Sommer 7,2 Milliarden Euro.

Westen bleibt Motor für heimischen Tourismus

Der Westen bleibt Österreichs Tourismusmotor, fast die Hälfte der touristischen Übernachtungen fanden laut dem Statistiker im Vorjahr allein in Tirol und Salzburg statt. Ostösterreich, besonders Wien und Burgenland, legte aber bei den Nächtigungen im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit und dem Vorjahr deutlich zu. Etwas an Marktanteilen verloren hätten dagegen Kärnten und Niederösterreich.

Neben erfreulichen Entwicklungen wie bei den Nächtigungszahlen sieht Bundesspartenobfrau Kraus-Winkler den heimischen Tourismus auch auf einige strukturelle Herausforderungen zusteuern. Etwa 12.500 Fachkräfte pro Jahr würden in der Branche benötigt, aus Tourismusschulen und Lehre kämen aber nur rund 3.600 nach. 2025 gab es rund 7.150 Lehrlinge in touristischen Lehrberufen, 2015 seien es noch über 9.000 gewesen. Die Drop-Out-Rate bezifferte sie auf 12,8 Prozent, in Tirol seien laut Arbeitsmarktservice Abbruchraten von bis zu 27 Prozent zu beobachten. Bei den Tourismusschulen nannte sie für 2024 rund 7.420 Schüler, zehn Jahre zuvor seien es noch mehr als 9.660 gewesen. Lücken müssten daher auch durch gezielte Zuwanderung und Qualifizierung von Quereinsteigern gefüllt werden.

Kraus-Winkler für Modernisierung der Lehre und Berufsschulen

Daneben sprach sich Kraus-Winkler für eine "Modernisierung" der Lehre aus, um die duale Ausbildung attraktiver zu machen. Insbesondere bei den Berufsschulen sieht sie Bedarf für "Neuansätze". Während einige Berufsschulen gut ausgestattet seien mit großem Schülerandrang, hätten andere eine nicht zeitgemäße Ausstattung und geringe Nachfrage. Zudem gebe es gleich viele Berufsschulen wie vor 15 oder 20 Jahren, als die Zahl der Lehrlinge noch 14.000 betragen habe. Das Ausbildungsangebot müsse den unterschiedlichen Ansprüchen der Lehrlinge angepasst werden, findet Kraus-Winkler. Manche Lehrlinge würden bloß eine Basisausbildung wünschen, andere würden mehr leisten wollen. "Wir können nicht mehr alle über einen Kamm scheren", sagte die Touristikerin.

WKÖ-Chefökonomin Claudia Huber präsentierte eine Umfrage unter 300 Tourismusbetrieben, in der sich vor allem bei den Investitionsplänen ein verhaltenes Stimmungsbild abzeichnete. 17 Prozent der befragten Unternehmen wollen ihre Investitionen ausweiten, knapp die Hälfte der Betriebe hingegen will ihre Investitionen reduzieren. Beim Beschäftigungsausblick zeigt sich ein gemischtes Bild. Mehr als die Hälfte der Befragten gehen von einer stabilen Beschäftigung aus, sieben Prozent wollen aufstocken, gut ein Drittel muss Stellen streichen. Als Gründe nannten die Betriebe vor allem hohe Kosten, gefolgt von geringerer Nachfrage infolge von Konjunkturunsicherheit.

Von der Politik erwarten sich die Tourismus- und Freizeitbetriebe den Umfrageergebnissen zufolge vor allem eine Senkung der Lohnnebenkosten, den raschen Abbau bürokratischer Hürden und die Sicherstellung wettbewerbsfähiger Energiepreise. Auch Leistungsanreize im Steuersystem und Investitionsanreize wurden genannt.

(APA/Red)

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