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Brot für Enten & Schwäne: Ernsthafte Gefahr statt Tierliebe

11-01-2026, 07:00

Wer bei der Überschrift an den "Tag der toten Ente" aus dem Film "About A Boy" denkt, ist wohl aus der Generation Y - tatsächlich stellt das regelmäßige Füttern von Enten und Schwänen mit Brot oder alten Semmeln aber eine ernsthafte Gefahr für die Tiere dar, denn dieses schwächt ihr Immunsystem, macht die Wildtiere krank und verschmutzt ihren Lebensraum, warnt der Österreichische Tierschutzverein am Mittwoch via Aussendung.

"Für viele Menschen gehören altes Brot oder alte Semmeln zum klassischen Vogelfutter. Doch was als Tierliebe gemeint ist, kann Enten und Schwänen ernsthaft schaden", warnt der Österreichische Tierschutzverein. „Brot ist für Wasservögel wie Fastfood für uns Menschen – es füllt den Magen, aber der Körper bekommt nicht das, was er wirklich braucht“, so Alfred Kofler, Leiter der Tierpflege am Assisi-Hof in Stockerau. „Denn Brot enthält kaum Proteine, Vitamine, Mineralstoffe oder essenzielle Fettsäuren.“ Zudem vernachlässigen Wasservögel, die sich an diese „Junkfood“-Quelle gewöhnen, ihre natürliche Nahrungssuche.

Fütterung mit Brot & Semmeln: Gefahr für einzelne Tiere und gesamtes Ökosystem

Untersuchungen zeigen, dass unzureichende Ernährung zu einem schwachen Immunsystem, zerbrechlichem Gefieder und einer höheren Sterberate, vor allem in der Winterzeit, führen kann. Das Engelsflügel-Syndrom, eine Entwicklungsstörung bei jungen Vögeln, entsteht durch eine unausgewogene Ernährung, die reich an Energie, aber arm an Nährstoffen ist – dies wird ebenfalls durch die Fütterung mit Brot verursacht.

Im Magen nimmt Brot an Volumen zu, es absorbiert Feuchtigkeit und kann dadurch Verstopfungen begünstigen. Wesentlich riskanter ist jedoch, dass verschimmeltes Brot Pilzinfektionen und Vergiftungen auslösen kann. „Wir sehen regelmäßig Tiere, die unter den Spätfolgen leiden“, so Kofler.

„Was als gut gemeinte Fürsorge beginnt, wird zur Bedrohung für das gesamte Ökosystem“, heißt es in der Warnung des Österreichischen Tierschutzvereins. Nicht gefressenes Brot sinkt und fault am Gewässergrund, verbraucht Sauerstoff und setzt Nährstoffe frei. Die Folge: Verstärkter Algenwuchs. Zusätzlich werden Ratten und andere Schädlinge angelockt, die heimische Arten bedrohen und verdrängen.

Fütterung von Enten & Schwänen: Information statt Verbote

Wasservögel sind grundsätzlich Eigenversorger. In intakten Gewässern finden Enten und Schwäne genügend Wasserpflanzen, Algen, Insekten und Samen – ihre natürliche und ausgewogene Nahrung. Problematisch wird es gelegentlich in städtischen Parks durch hohe Bestände und spärliche natürliche Ufervegetation.

„Wir wollen niemanden verurteilen. Die meisten Menschen wissen es oft nicht besser“, so Alfred Kofler. „Wenn wir verstehen, dass Brot den Tieren schadet, können wir unser Verhalten ändern – aus echter Tierliebe.“ Der Österreichische Tierschutzverein richtet einen Appell an Gemeinden, an Gewässern Informationstafeln aufzustellen und über artgerechte Alternativen zu informieren.

In Österreich ist Füttern an stehenden Gewässern meist verboten - auch da es Tiere zutraulich macht und natürliche Verhaltensweisen stört. In Wien liegt die Strafe bei 50 Euro. Trotzdem ist die Fütterung mit altem Brot oder Semmeln laut Österreichischem Tierschutzverein z. B. im Stadtpark ständig zu sehen - meist bei Touristen.

(Red.)

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