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Streit um Deutschkurse in Wien entfacht

21-08-2025, 13:15

Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker kritisiert das Integrationsministerium scharf. In der Stadt würden tausende Deutschkurse fehlen. Ministerin Claudia Plakolm weist die Vorwürfe zurück.

Wiens Sozialstadtrat Peter Hacker (SPÖ) wirft Ministerin Claudia Plakolm (ÖVP) vor, nicht genug Deutschkurse anzubieten. Seit das Integrationsministerium ein Monopol auf die Kurse habe, "haben wir ein Problem mit dem Deutschlernen". In Wien würden aktuell 5.500 Deutschkurse fehlen, kritisierte Hacker am Donnerstag in "Krone" und "Heute". Im Ministerium wies man die Kritik zurück. Das Angebot sei groß, Wien müsse mehr gegen die Verweigerung von Deutschkursen tun.

Hacker ortet "Problem mit Deutschlernen" in Wien

Er zahle nach wie vor mit Wiener Steuergeld für die Kurse, für das Angebot sei nun aber Plakolm verantwortlich, kritisierte Hacker. Diese finde aber permanent Ausreden, warum das alles nicht funktioniere. "Den Luxus kann sie sich nicht leisten, für etwas verantwortlich zu sein und so eine schlechte Performance abzuliefern."

Seit 2017 werden Deutschkurse bundesweit nur noch über den Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF), einen Fonds der Republik Österreich, angeboten. Davor gab es zusätzlich auch Angebote der Länder, die nunmehr fehlen, hieß es auf APA-Anfrage aus dem Büro des Stadtrats.

Ein Drittel der Angemeldeten im Juli kamen nicht zum Kurs

Derzeit würden 57 Prozent aller Kursplätze auf Wien entfallen, allein in diesem Jahr seien in Wien bereits 20.000 Kursplätze in Anspruch genommen worden, hieß es aus dem Ministerium. Aktuell würden 600 Kurse mit 8.000 Teilnehmern laufen, bei Bedarf gebe es in den kommenden Wochen noch mehrere Hundert freie Plätze.

Allerdings sei etwa im Juli 2025 jeder dritte Sessel bei einem Wiener Deutschkurs leer geblieben. Es gebe bereits Möglichkeiten, Deutschkurs-Verweigerer zu sanktionieren, wurde betont. "Wien könnte dieses Instrument wie andere Bundesländer strenger nutzen und damit auch für mehr Verbindlichkeit unter den Kursteilnehmern sorgen."

(APA/Red)

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