Ein Brand vernichtete 1945 Dutzende Klimt-Kunstwerke. Was blieb, sind Lücken im kulturellen Gedächtnis.
Am 8. Mai 1945, dem Tag der Kapitulation Nazi-Deutschlands, ging das niederösterreichische Schloss Immendorf in Flammen auf. Das Gebäude, das während des Zweiten Weltkriegs als Kunstdepot diente, beherbergte unter anderem Werke von Gustav Klimt. Viele dieser Arbeiten gelten bis heute als verbrannt, zerstört oder verschollen. Eine neue Ausstellung im MAK – Museum für angewandte Kunst in Wien widmet sich nun den Umständen dieses folgenschweren Ereignisses.
Schloss Immendorf war im Besitz der Familie Freudenthal und wurde in den letzten Kriegsjahren zur Lagerstätte zahlreicher Gemälde und Zeichnungen. Dass dort auch eine bedeutende Sammlung von Klimt-Werken untergebracht war, ist durch historische Quellen belegt. Der genaue Ablauf des Brandes, der das Schloss am letzten Kriegstag zerstörte, ist bis heute nicht vollständig aufgeklärt. Augenzeugenberichte, Archivdokumente und Fotografien werfen zwar Licht auf einzelne Details – ein umfassendes Bild existiert jedoch nicht.
Die Ausstellung „Gustav Klimt, das MAK und Schloss Immendorf – verbrannt, zerstört, verschollen?“ eröffnet am 15. Juli 2025 um 19 Uhr im MAK. Der Eintritt für die Eröffnung ist frei. Besucherinnen und Besucher erwartet eine umfassende Auseinandersetzung mit dem Kulturgutverlust von 1945, ergänzt durch selten gezeigte Dokumente, Bildmaterialien und Rekonstruktionen. Die Schau thematisiert nicht nur den Brand selbst, sondern auch die Rolle des MAK in der Konservierung und Erforschung der Klimt-Werke.
Mit der Ausstellung schafft das MAK einen Raum für kritische Reflexion: Wie geht ein Land mit dem Verlust seines kulturellen Erbes um? Welche Verantwortung tragen Museen für die Aufarbeitung solcher Ereignisse? Die Schau will keine endgültigen Antworten liefern, wohl aber dazu beitragen, ein vergessenes Kapitel österreichischer Kunstgeschichte sichtbarer zu machen.